Linksradikaler Grieche: «Rattenfänger» Tsipras will nicht aus der Eurozone
Aktualisiert

Linksradikaler Grieche«Rattenfänger» Tsipras will nicht aus der Eurozone

Der Chef der linksradikalen Partei Griechenlands, Syriza, beteuert, dass bei einer Wahl der Linken das Land nicht automatisch aus der Euro-Zone austreten würde.

Der Chef der griechischen Linksradikalen, Alexis Tsipras, hat sich für den Verbleib Athens in der Euro-Zone und eine gemeinsame europäische Lösung der Schuldenkrise ausgesprochen. Die Wahl der Linken würde nicht bedeuten, «dass wir den Euro verlassen», sagte Tsipras am Dienstag in Berlin.

Die Ablehnung der Sparprogramme durch seine Allianz habe mit einem möglichen Austritt aus dem Euro nichts zu tun, erklärte Tsipras bei einem Besuch in Deutschland. «Wir werden versuchen, auf europäischer Ebene eine gemeinsame Lösung zu finden», sagte Tsipras mit Blick auf die Griechenland-Krise weiter.

Er sei zuversichtlich, dass dies gelingen werde. Angesichts der Wahl des Sozialisten François Hollande zum französischen Präsidenten setze er nun Hoffnungen in die veränderte «französisch-deutsche Achse», fügte er hinzu.

«Spar- und Reformprogramm ineffizient»

Die Syriza lehnt die mit den internationalen Geldgebern im Gegenzug für Hilfskredite in Milliardenhöhe vereinbarte Spar- und Reformpolitik für das hochverschuldete Griechenland ab. Tsipras bezeichnete das Reformprogramm als «vollständig ineffizient».

Das Land befinde sich im fünften Jahr in Folge in einer Rezession. Deutsche Steuerzahler steckten ihr Geld in ein Fass ohne Boden, mit dem in Wirklichkeit Banken finanziert würden. Nach einem Wahlsieg will auch Tsipras das Steuersystem reformieren und Verwaltungsstrukturen verbessern. Konkrete Sparvorschläge machte er allerdings erneut nicht.

Ohne Kurskorrektur sei in wenigen Monaten ein drittes Hilfsprogramm für Athen erforderlich. Mit Blick auf den bevorstehenden EU-Gipfel sagte Tsipras, er habe die Hoffnung, dass Menschen ihre Fehler einsehen und ändern. Das Ende des deutsch- französischen Tandems von Kanzlerin Angela Merkel und dem früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy («Merkozy») sei eine neue Chance, um eine faire und gangbare Lösung zu finden.

Neuwahlen am 17. Juni

Das Bündnis Syriza unter Führung des 37-jährigen Tsipras war mit 16,8 Prozent zweitstärkste Kraft bei den Wahlen am 6. Mai geworden - hinter der konservativen Nea Dimokratia. Nach der fehlgeschlagenen Regierungsbildung müssen die Griechen am 17. Juni erneut wählen.

Nach einer kürzlich veröffentlichten Umfrage könnte Syriza bei der Neuwahl Mitte Juni auf 28 Prozent der Stimmen und damit auf den ersten Platz kommen. (sda)

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