Ruinen geplündert: Raubgräber von Polizei in flagranti erwischt
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Ruinen geplündertRaubgräber von Polizei in flagranti erwischt

In Schellenberg (FL) wurde ein Mann festgestellt, der illegale Grabungen durchführte. Die Polizei hat ihn angezeigt.

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maw
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Mit Hilfe eines Metalldetektor und einem Handspaten führte ein Mann im Gebiet der Burgruine Schellenberg illegale Grabungen durch.

Mit Hilfe eines Metalldetektor und einem Handspaten führte ein Mann im Gebiet der Burgruine Schellenberg illegale Grabungen durch.

Landespolizei Fürstentum Liechtenstein
Er war auf der Suche nach archäologischen Gegenständen. Damit verstiess er gegen das Kulturgütergesetz.

Er war auf der Suche nach archäologischen Gegenständen. Damit verstiess er gegen das Kulturgütergesetz.

Google Streetview
Gemäss dem Gesetz über den Schutz, die Erhaltung und die Pflege von Kulturgütern (KGG) ist das Graben nach archäologischen Objekten ohne amtliche Bewilligung und mit technischen Hilfsmitteln jeglicher Art untersagt.

Gemäss dem Gesetz über den Schutz, die Erhaltung und die Pflege von Kulturgütern (KGG) ist das Graben nach archäologischen Objekten ohne amtliche Bewilligung und mit technischen Hilfsmitteln jeglicher Art untersagt.

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Mit Hilfe eines Metalldetektors und eines Handspaten führte ein Mann im Gebiet der Burgruine Schellenberg illegale Grabungen durch. Er suchte das historische Gebiet aktiv nach archäologischen Gegenständen ab, wie die Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein am Mittwoch schreibt. Die Beamten der Landespolizei stellten den Metalldetektor sowie den Handspaten sicher und verwiesen den Mann nach einer eingehenden Befragung sowie einer Spurensicherung des Waldes. Er wurde bei der Liechtensteinischen Staatsanwaltschaft wegen Verstoss gegen das KGG (Kulturgütergesetz) zur Anzeige gebracht.

Gemäss dem Gesetz über den Schutz, die Erhaltung und die Pflege von Kulturgütern (KGG) ist das Graben nach archäologischen Objekten ohne amtliche Bewilligung und mit technischen Hilfsmitteln jeglicher Art untersagt. Die Raubgräber würden am Tatort nicht nur Gegenstände entwenden sondern zerstören auch Spuren und Fundzusammenhänge. Diese sind für die historischen Einordnung unbedingt nötig. Laut Angaben der Landespolizei dürfen archäologische Objekte nicht behalten werden, sondern müssen dem zuständigen Amt für Kultur gemeldet werden. Solche Funde sind nämlich Eigentum des Landes.

Die Landespolizei wird in nächster Zeit vermehrt Kontrollen in diesem Bereich durchführen.

Münzen, Medaillen und Siegelstempel

Zu ähnlichen Fällen kam es auch schon im Kanton St. Gallen. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass ein Mann seit einiger Zeit ohne Bewilligung systematisch Wiesen in den Kantonen St. Gallen und Thurgau mit einem Metalldetektor abgesucht hatte. Knapp zwei Dutzend wissenschaftlich wertvolle Gegenstände konnten im Lauf der Untersuchung sichergestellt werden. So etwa Münzen, Medaillen und Siegelstempel.

Aufgeflogen ist der Mann damals, weil er eine «Louis d'or» aus dem Jahr 1738, eine wertvolle französische Goldmünze, auf Ricardo anbot. Dies ist Regula Steinhauser, stellvertretende Leiterin der Kantonsarchäologie St. Gallen aufgefallen. Schon seit längerem habe sie ihn im Visier gehabt. Das Verfahren gegen den Verkäufer der Münze endete mit einem Strafbefehl.

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