Aktualisiert 16.02.2004 17:17

Rauchen: Den Anfängen wehren

Innerrhoder Lehrer und Schulbehörden können ihren Schülern ab sofort das Rauchen auf dem Schulweg verbieten, auch wenn die Eltern dieses ihren Kindern erlauben: So sollen ihre Schützlinge vor der Nikotinsucht geschützt werden.

Das Parlament behandelte das Schulgesetz, zu dem die Landsgemeinde am 25. April das letzte Wort hat, am Montag in zweiter Lesung. Es ergänzte das Gesetz um einen Artikel, wonach Weisungen der Lehrer allfällig entgegenstehenden Weisungen der Eltern vorgehen, auch was das Verhalten der Schüler auf dem Schulweg angeht.

Erziehungsdirektor Carlo Schmid (CVP) sagte, jüngere Schüler sollen vor dem Rauchen, dem Trinken von Alkohol und dem Kiffen geschützt werden. Der Artikel sorgte für eine lange Diskussion im Parlament. Befürchtet wurde, dass es zu Konflikten zwischen Lehrern und Eltern komme. Gleichwohl kam der Antrag mit wenigen Gegenstimmen durch.

Neun Jahre Schulpflicht

Im neuen Innerrhoder Schulgesetz wird erstmals eine Schulpflicht von neun Jahren verankert. Bisher waren es nur acht Jahre. Neu sollen Kinder das Recht haben, während insgesamt elf Jahren die öffentlichen Schulen zu besuchen.

Gegen renitente Schüler kann der Schulrat Massnahmen ergreifen. Als schwerste Massnahme kann der Ausschluss von der Schule verfügt werden. Die Vormundschaftsbehörde kann auch fürsorgerischen Freiheitsentzug in besonderen Unterrichts- und Betreuungsstätten anordnen. Die Eltern werden auch in solchen Fällen angehört.

Generell keine integrierte Oberstufe

In Innerrhoden soll die Oberstufe gemäss neuem Schulgesetz nach wie vor mit 3 Niveaus geführt werden: Realschule, Sekundarschule, Gymnasium. Laut Schmid sinken in Innerrhoden die prognostizierten Schülerzahlen in Innerrhoden zum Teil dramatisch. Aus dem Grund soll es laut Gesetz in Oberegg möglich sein, eine integrierte Oberstufe zu führen.

(sda)

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