Befehl von oben: Rauchen gegen die Krise
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Befehl von obenRauchen gegen die Krise

Beamte und Lehrer in der chinesischen Provinz Hubei sind angewiesen, möglichst viele Zigaretten zu rauchen. Aber wehe dem, der zu einer provinz-fremden Marke greift!

Wenn die Wirtschaft kriselt, spielt die Gesundheit keine Rolle mehr: Regierungsbeamte im Zentralchinesischen Hubei

wurden angewiesen, möglichst schnell möglichst viele Zigaretten zu verqualmen. Nämlich 250 000 Päckchen. Mit dieser Massnahme soll die Wirtschaft der Provinz angekurbelt werden.

Wer diese Anweisung nicht befolge, so der Daily Telegraph, werde gebüsst. Ebenfalls bestraft wird, wer eine Zigarette, die in einer anderen Provinz hergestellt wurde, anzündet.

Überprüft von Spezialtruppen

Doch nicht nur Beamte, sondern auch Lehrer sind aufgerufen, zu qualmen, was der Aschenbecher hält. Ob sie dies dann auch wirklich tun, wird überprüft von einer eigens ins Leben gerufenen Task-Force.

Einige Mitglieder dieser Spezialtruppe seien, so der Bericht eines Lehrers in einer Lokalzeitung, eines Nachmittages unangemeldet ins Lehrerzimmer gestürmt und hätten die Aschenbecher durchsucht. Und sie wurden fündig und konfiszierten drei Stummel nicht-konformer Zigaretten. Daraufhin wurde der sündige Lehrer darüber informiert, dass er die «Zigaretten-Verbrauchsregel» gebrochen habe.

Nach längeren Diskussionen wurde von einer Busse abgesehen, allerdings muss die Schule sich öffentliche Kritik gefallen lassen und zwar wegen «undisziplinierter Ausführung der Verordnung».

In China sollen rund 350 Millionen Raucher leben. Von diesen sterben jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums ca. eine Million. Die in Hubei ergriffene ungewöhnliche Massnahme ist ein Schlag ins Gesicht der Gesundheitsbehörde, die viel Geld ausgibt, um die Chinesen vom Rauchen abzuhalten.

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