Kommentar: Rauchende Colts im Hallenstadion
Aktualisiert

KommentarRauchende Colts im Hallenstadion

Gianni Infantino gehören die Schlagzeilen. Doch die Wahl des neuen Fifa-Präsidenten war die Nebensache am Kongress in Zürich.

von
Sandro Compagno
1 / 14
Machtkämpfe: Fifa-Präsident Gianni Infantino (r.) ist kurz nach seinem Amtsantritt bereits umstritten. (Mai 2016)

Machtkämpfe: Fifa-Präsident Gianni Infantino (r.) ist kurz nach seinem Amtsantritt bereits umstritten. (Mai 2016)

AP/Ivan Sekretarev
Der neue Mann an der Spitze der Fifa: Der Walliser Gianni Infantino macht das Rennen um die Nachfolge Sepp Blatters. Er erreicht im zweiten Wahlgang das einfache Mehr mit 115 der 207 Stimmen.

Der neue Mann an der Spitze der Fifa: Der Walliser Gianni Infantino macht das Rennen um die Nachfolge Sepp Blatters. Er erreicht im zweiten Wahlgang das einfache Mehr mit 115 der 207 Stimmen.

FreshFocus/Steffen Schmidt
Mitfavorit Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain vereint 88 Stimmen auf sich.

Mitfavorit Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain vereint 88 Stimmen auf sich.

AP/Patrick B. Kraemer

Es ist schon erstaunlich, was ein sechs-schüssiges Argument bewirken kann. Der Kongress des Fussball-Weltverbandes spürte so viel Druck von allen Seiten – Justiz, Politik, Sponsoren, Medien –, dass er endlich Reformen beschloss. Damit wir uns richtig verstehen. Es ging an diesem 26. Februar 2016 in Zürich nicht um die Zukunft des Fussballs. Es ging nur um die Zukunft der Fifa.

Die Ausgangslage war klar: Die US-Justiz hatte damit gedroht, den Fussball-Weltverband zu einer «kriminellen Organisation» zu erklären. Dadurch würden sämtliche Partner gezwungen, die Zusammenarbeit mit dem Verband einzustellen. Die Fifa wäre binnen Kürze bankrott. Die Delegierten spürten den kalten Stahl von Uncle Sams Magnum an ihren Schläfen und beschlossen jene Reformen, die von ihnen seit Jahren erwartet worden waren.

Der Einfluss der US-Justiz

Freiwilligkeit sieht natürlich anders aus. Auch darum darf man in den Umstand, dass 179 von 207 stimmberechtigten Verbänden dem Reformpaket zugestimmt haben, nicht zu viel hineininterpretieren. Die US-Justiz hat die Fifa monatelang vor sich hergetrieben. Dass der Fussball-Verband endlich das latent korrupte Exekutiv-Komitee auflöst, dass er den Präsidenten entmachtet, dass er seine Führungspersonen einer Integritätsprüfung unterzieht, Frauen fördert und die Löhne transparent macht, heisst eigentlich nur eines: willkommen im 21. Jahrhundert!

Deine Meinung