Herisau: «Raucher sind brutal intolerant»
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Herisau«Raucher sind brutal intolerant»

In Herisau herrscht dicke Luft wegen Rauchverboten an Bushaltestellen. Raucher fühlen sich diskriminiert, andere fordern mehr Toleranz.

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mig
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An fünf Herisauer Bushaltestellen wurden solche Markierungen angebracht.

An fünf Herisauer Bushaltestellen wurden solche Markierungen angebracht.

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Gemäss der Gemeinde handelt es sich um einen Testlauf.

Gemäss der Gemeinde handelt es sich um einen Testlauf.

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Vorläufig gilt das Verbot nur an den fünf meistfrequentierten überdachten Bushaltestellen.

Vorläufig gilt das Verbot nur an den fünf meistfrequentierten überdachten Bushaltestellen.

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Die Gemeinde Herisau greift durch. An fünf Bushaltestellen wurden kürzlich Markierungen am Boden angebracht, die darauf hinweisen, dass Rauchen an diesem Ort verboten ist. Kaum angebracht, sorgen sie schon für aufgebrachte Raucher. In einer regionalen Facebook-Gruppe schreibt ein User: «Schwachsinnig! Hat das Greta vorgeschlagen?» Ein anderer meint: «Die würden besser mal die richtigen Probleme in Angriff nehmen.» Und eine weitere Userin fühlt sich diskriminiert. Sie fühlt sich in die Schranken gewiesen durch die Verbote.

Raucher in der Kritik

Zwar werden in den Sozialen Medien einzelne Bedenken der Raucher geteilt, etwa dass die Aschenbecher nicht ideal platziert seien. Gleichzeitig beschweren sich die User über die Polemik. In einem Kommentar heisst es: «Die Menschheit verkümmert.» Ein anderer fordert mehr Verständnis der Raucher: «Ich muss immer wieder feststellen, bei solchen Sachen sind Raucher brutal intolerant. Fühlen sich gleich angegriffen wie kleine Kinder.»

Der Leiter der technischen Betriebe Herisau, Beni Geel, erklärt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» die Überlegungen hinter dem Rauchverbot. Dieses sei eine Reaktion auf Reklamationen aus der Bevölkerung.

Es gibt Potential

Gleich wie beim Rauchverbot an den SBB-Bahnhöfen droht beim Nichteinhalten keine Busse. Gemäss der Gemeinde sei das Ziel, die Aufenthaltsqualität bei den gedeckten Haltestellen durch mehr Sauberkeit und weniger Passivrauch zu steigern. Noch gibt es aber Verbesserungspotenzial: Zur Zeit befinden sich mehrere Aschenbecher noch im gedeckten Bereich der Bushaltestellen. Laut Geel werden Massnahmen geprüft.

Vorerst gelten die Rauchverbote erst an den fünf meistfrequentierten Herisauer Haltestellen. Eine Ausweitung der Verbote schliesst die Gemeinde allerdings nicht aus, Kritik hin oder her.

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