21.03.2020 09:23

Corona-Pandemie

Raucher sollten sofort mit dem Rauchen aufhören

Warum verlaufen einige Covid-19-Fälle so schwer? Virologen und Lungenärzte haben da einen Verdacht – und einen guten Tipp.

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Rauchen ist aus Sicht von Virologen und Lungenärzten einer der grossen Risikofaktoren dafür, dass man viel stärker vom Coronavirus betroffen ist oder sogar stirbt.

Rauchen ist aus Sicht von Virologen und Lungenärzten einer der grossen Risikofaktoren dafür, dass man viel stärker vom Coronavirus betroffen ist oder sogar stirbt.

Keystone/AP/Alessandro Crinari
Deshalb raten sie Rauchern, am besten sofort ihre Sucht aufzugeben. Jetzt sei «ein guter Zeitpunkt» dafür, sind sie sich einig. Dass ein Rauchstopp aus gesundheitlicher Sicht immer eine gute Idee ist, zeigen die folgenden Bilder.

Deshalb raten sie Rauchern, am besten sofort ihre Sucht aufzugeben. Jetzt sei «ein guter Zeitpunkt» dafür, sind sie sich einig. Dass ein Rauchstopp aus gesundheitlicher Sicht immer eine gute Idee ist, zeigen die folgenden Bilder.

iStock/Predragimages
Medizinstudenten haben eine Apparatur konstruiert, um eine Lunge zum Rauchen zu bringen.

Medizinstudenten haben eine Apparatur konstruiert, um eine Lunge zum Rauchen zu bringen.

Screenshot Facebook

Regelmässiges und richtiges Händewaschen, darauf achten, sich nicht mit ungewaschenen Fingern ins Gesicht zu fassen und Abstand halten – mit diesen Tipps soll man sich laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) das Coronavirus am besten vom Hals halten können.

Für Raucher hat der deutsche Europapolitiker und Arzt Peter Liese noch einen weiteren Ratschlag parat: Sie sollen ihr Laster aufgeben, am besten sofort. «Es gibt viele Hinweise darauf, dass das Rauchen einer der grossen Risikofaktoren dafür ist, dass man viel stärker vom Coronavirus betroffen ist oder sogar stirbt», zitiert ihn Bild.de (kostenpflichtiger Inhalt).

Ihm zufolge ist das Risiko für eine lebensbedrohliche Lungenentzündung durch eine Infektion mit Sars-CoV-2 höher, wenn die Lunge bereits angeschlagen ist.

Ruinierte Flimmerhärchen

Warum das so ist, erklärt Michael Pfeifer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), gegenüber Deutschlandfunk.de: «Unsere Atemwege sind mit Flimmerhärchen ausgekleidet, die für die Selbstreinigung der Atemwege sorgen.»

Bei Rauchern seien diese jedoch durch die wiederholte Schadstoffinhalation geschädigt und könnten darum ihrer eigentlichen Funktion nicht mehr nachkommen – wohl der Grund, warum die Viren es bei ihnen so viel leichter haben, über die Lunge in den Körper einzudringen und sich dort weiterzuverbreiten.

Zahlen aus China stützen Befürchtung

Die Annahme, dass nicht nur Personen über 65 Jahren, Vorerkrankte und Immunsupprimierte, sondern auch Raucher zu den Hochrisikogruppen zählen könnten, wurde erstmals im Februar 2020 laut. Damals teilten chinesische Forscher mit, dass die Sterblichkeitsrate bei Männern höher sei als bei Frauen.

Schon damals wurde vermutet, dass dies mit dem «allgemein ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun haben» könnte: In China raucht die Hälfte der Männer, während nur 2 Prozent der Frauen regelmässig zur Zigarette greifen. Ein Umstand, den auch Virologe und Coronavirus-Experte Christian Drosten in einem TV-Interview als sehr wahrscheinlich bezeichnete. Es sei «ein guter Zeitpunkt», mit dem Rauchen aufzuhören.

Besser E- als Tabak-Zigaretten

Doch was, wenn man sich schwertut, die Glimmstängel zur Seite zu legen? Dann könnte man laut Liese zumindest auf E-Zigaretten umsteigen.

Die seien zwar auch nicht über alle Zweifel erhaben, aber immerhin das kleinere Übel, wie Bild.de ihn zitiert: «Nach den mir vorliegenden Informationen sind E-Zigaretten eine gute Alternative für die Menschen, die nicht in der Lage sind, mit dem Rauchen aufzuhören.» Es sei sehr unrealistisch, dass es durch die E-Zigarette wie in den USA zu Todesfällen in Europa kommen könnte. Schliesslich sei die verantwortliche Substanz in unseren Breitengraden bereits vor Jahren verboten worden.

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