Basel: Raucherclubs: Bund spielt nicht mit
Aktualisiert

BaselRaucherclubs: Bund spielt nicht mit

Die Pläne des Vereins Fümoar gehen zum Teil in Rauch auf: In Club-Wirtschaften darf gemäss Bundesgesetz nur eine Person arbeiten.

von
Anna Luethi
Ab heute hat es sich in den Basler Baizen ausgeraucht. (aj)

Ab heute hat es sich in den Basler Baizen ausgeraucht. (aj)

Weiterrauchen in Cafés und Beizen ist ab heute nur noch in zwei Ausnahmefällen möglich. Einige Betriebe haben sich für die Option unbedientes Fumoir entschieden – wie viele ist unklar. «Wir haben zwölf Baugesuche erhalten – der grosse Renner sind Fumoirs bei den Wirten nicht», sagt Nadja Bloch vom Bauinspektorat. Die zweite Möglichkeit ist, das Lokal in einen Raucherverein zu verwandeln. Gemäss kantonalem Gesetz ist dies einfach – wenn am 1. Mai aber das Bundesgesetz greift, wirds heikel: Dann darf der Raum nur noch einer Person als Arbeitsplatz dienen, so das Bauinspektorat.

Grösseren Lokalen, die sich dem Verein Fümoar angeschlossen haben, macht dieser Passus ein Strich durch die Rechnung. Fümoar-Sekretär Thierry Julliard widerspricht: «Die haben etwas falsch zusammengestückelt – was das Personal betrifft, sehe ich überhaupt kein Problem.» Das Bundesgesetz beinhalte eine Ausnahme bei Zustimmung der Angestellten – dies gelte auch in Basel-Stadt. Das glaubt auch Jurist André Auderset, nach dessen Idee sieben kleine Baizen zu unabhängigen Rauchervereinen wurden. Das Bauinspektorat hatte bislang noch keinen Kontakt mit den Fümoar-Initianten, kündigte aber an, das Vereinsvorgehen «zu gegebener Zeit» zu überprüfen.

Auch Rauchern drohen Bussen

Sich nicht ans Rauchverbot zu halten, kann teuer werden: Wirten drohen kostenpflichtige Verwarnungen bis zu 1000 Franken und im Extremfall der Entzug der Betriebsbewilligung. Zudem riskieren illegal rauchende Personen nach Bundesrecht – also ab 1. Mai – eine Busse von bis zu 1000 Franken. Kontrollen soll die Polizei im Zuge von ohnehin notwendigen Polizeieinsätzen durchführen, spezifische Raucherkontrollen soll es laut Polizeisprecher aber nicht geben.

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