Rauchfreie Zigaretten: Razzia bei Produzentin
Aktualisiert

Rauchfreie Zigaretten: Razzia bei Produzentin

Die Zuger Firma, die die erste rauchfreie Zigarette auf den Markt bringen will, ist letzte Woche von den Strafverfolgungsbehörden durchsucht worden.

Es geht um Strafanzeigen wegen Vermögensdelikten, wie Untersuchungsrichterin Regula Schlauri am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Die Zuger Polizei und das Untersuchungsrichteramt bestätigten Berichte der «Neuen Luzerner Zeitung», wonach am vergangenen Freitag mehrere Hausdurchsuchungen in Hünenberg und Rotkreuz vorgenommen wurden. Es gehe um mehrere Strafanzeigen gegen Verantwortliche der Firmen NicStic AG, Elvestus Marketing & Vertrieb AG und TopCap Marketing AG. Bei den Durchsuchungen sei Aktenmaterial beschlagnahmt worden. Zu Verhaftungen kam es laut Mitteilung der Behörden nicht.

Mit Rücksicht auf das laufende Verfahren wollten die Behörden keine weiteren Auskünfte erteilen. Untersuchungsrichterin Schlauri bestätigte aber auf Anfrage, dass es bei den Strafanzeigen um Vermögensdelikte gehe.

Bei NicStic handelt es sich um jenes Unternehmen, das weltweit die erste Zigarette entwickelt haben will, die völlig ohne Tabak und ohne Rauch genossen werden kann. Das Produkt ist trotz mehrfacher Ankündigung bisher noch nicht auf den Markt gekommen. Die Firma betrachtet sich laut einer Mitteilung als Opfer eines Komplotts.

Die Strafanzeigen stammen offenbar von der deutschen Firma Cobracrest, die NicStic im vergangenen Dezember hatte übernehmen wollen. Ein Grossaktionär von NicStic und ehemalige Verantwortliche der TopCap hätten zusammen mit der Cobracrest eine unheilige Allianz formiert, mit dem Ziel, NicStic zu diskreditieren und anschliessend selber eine rauchfreie Zigarette auf den Markt zu bringen, heisst es in einem Aktionärsbrief von NicStic. Cobracrest hatte umgekehrt im vergangenen April mitgeteilt, NicStic habe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Übernahme durch Cobracrest erreichen wollen. (dapd)

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