Rauchverbot im eigenen Garten
Aktualisiert

Rauchverbot im eigenen Garten

Eine Schwedin ist von ihrem Nachbarn vor Gericht gezerrt worden, weil er sich durch ihren Zigarettenrauch belästigt fühlte. Nun darf sie in einem Teil ihres eigenen Gartens nicht mehr rauchen.

Die schwedische Zeitung «Sydsvenskan» berichtete, die alleinerziehende 49-jährige Mutter aus Åkarp in Südschweden sei von ihrem Nachbarn verklagt worden. Dieser, ein Anwalt, hatte argumentiert, er sei gegen Zigarettenrauch extrem empfindlich und könne sein Grundstück nur noch mit einer Atemmaske benutzen.

Das Umweltgericht (Miljödomstolen) in Växjö hat der Frau nun verboten, in den an das Nachbargrundstück angrenzenden Teilen - dem Löwenanteil - ihres Gartens zu rauchen. Sie darf künftig in einem Umkreis von neun Metern um das Haus des Nachbars herum nicht mehr rauchen. Die Frau ist zwar über das Urteil entrüstet, will sich aber an das Verbot halten, damit sie nicht eine Busse zahlen muss.

Das Umweltgericht hatte eine Delegation zum «Tatort» geschickt, die einen Augenschein nehmen wollte. Die Frau verwehrte aber den beiden Vertretern des Gerichts den Zugang zu ihrem Garten. «Ich fand, das sei verrückt. Was wollten die dort machen? Das ist einfach lächerlich!», sagte sie «Sydsvenskan».

Der Anwalt hingegen empfing die Delegation zuvorkommend und zeigte den beiden Gerichtsvertretern von seiner Grundstücksseite aus, wo seine Nachbarin zu rauchen pflegte.

Die Delegation nahm ein Protokoll auf und zeichnete eine Skizze der beiden Grundstücke. Das Ganze dauerte rund vierzig Minuten.

Der Kläger erzählte auch, seine Empfindlichkeit gegen Zigarettenrauch zwinge ihn dazu, jedes Mal eine Atemmaske zu tragen, wenn er von seinem Haus zu seinem Auto gehe.

«Er geht ständig mit der Maske umher, ob ich nun rauche oder nicht. Es hat mich zu Beginn gestört, aber nun kümmert es mich nicht mehr», kommentierte die Frau.

«Ich denke, die haben sich da in was reingesteigert, das komplett verrückt ist. Sie haben bestimmte Bereiche meines Gartens markiert, in denen ich mich nicht mehr aufhalten darf, wenn ich rauche – es ist dermassen absurd. Und wie vielen Leuten werden sie das ebenfalls antun?»

Der Nachbar hatte ursprünglich ein Schmerzensgeld von 15 000 Kronen (rund 2600 Franken) verlangt. Dazu forderte er 2000 Kronen für jede Zigarette, die seine Nachbarin anzünden sollte. Mit diesen Forderungen blitzte der Anwalt jedoch ab. Gleichwohl zeigte er sich sehr zufrieden über das Urteil.

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