Aktualisiert 14.06.2005 16:00

Razzia bei vier Fluggesellschaften

Das deutsche Bundeskartellamt hat die Geschäftsräume von vier grossen Ferienfluggesellschaften durchsuchen lassen.

Es bestehe der Verdacht, dass die Charterflieger kartellrechtswidrige Absprachen mit dem Ziel getroffen hätten, den Reisebüros die Provisionen für den Vertrieb von Charterflugreisen zu streichen oder abzusenken, berichtete Deutschlands oberste Wettbewerbsbehörde in Bonn.

Das Bundeskartellamt betonte, der Verdacht stütze sich auf verschiedene Hinweise von betroffenen Reisevermittlern und auf Berichte in der Fachpresse. Zu den betroffenen Unternehmen machte die Behörde keine Angaben. Europas zweitgrösster Reiseveranstalter Thomas Cook bestätigte Ermittlungen, ebenso wie die Fluggesellschaften Air Berlin und LTU.

Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel erklärte in Berlin, die Vorwürfe seien absurd. «Von Absprachen kann keine Rede sein. Wir haben nichts zu befürchten.» Dass die Airlines in der letzten Aprilwoche die Verträge mit den Reisebüros gekündigt hätten, sei ein völlig üblicher Vorgang. In der Reisebranche werden einmal im Jahr die Provisionsregelungen für die Reisebüros überarbeitet, in der Regel zum neuen Wintergeschäft. Branchenkreisen zufolge hat ausser Air Berlin aber noch kein Ferienflieger das neue Provisionsmodell mit Gültigkeit für den Winter vorgestellt.

Air Berlin hatte die Verträge für sein neues Provisionsmodell, das zum 1. November in Kraft treten soll, nach eigenen Angaben Ende vergangener Woche an die Reisebüros herausgeschickt. Nach den Worten von Hauptvogel sieht es für die Reisebüros einen Wechsel vom Handelsvertreterstatus zum Maklerstatus vor. Dies heisse, dass die Reisebüros künftig den Preis selbst bestimmen könnten, für den sie die Flüge anböten. Der Wechsel zum neuen Modell sei «von der Branche mit moderaten Tönen» aufgenommen worden», erklärte Hauptvogel weiter. (dapd)

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