Kartellverdacht: Razzia bei Zementhersteller Holcim
Aktualisiert

KartellverdachtRazzia bei Zementhersteller Holcim

Die EU-Wettbewerbsbehörde hat wegen Kartellverdachts Razzien bei verschiedenen Zementherstellern durchgeführt. Betroffen ist auch die Schweizer Holcim.

Durchsucht wurden Holcims Büros in Frankreich, Belgien, Deutschland und Grossbritannien, bestätigte ein Konzernsprecher am Mittwoch auf Anfrage. Holcim werde mit den Behörden voll kooperieren.

Durchsucht wurden am Dienstag und Mittwoch auch Vertretungen weiterer Konzerne etwa des französischen Zementherstellers Lafarge, der deutschen HeidelbergCement und Dyckerhoff oder der mexikanischen Cemex.

Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, sie habe «Grund zu der Annahme, dass die betroffenen Unternehmen die Wettbewerbsregeln im EG-Vertrag verletzt haben, der Kartelle, restriktive Geschäftspraktiken und den Missbrauch einer dominanten Marktposition verbietet».

Solche unangemeldeten Inspektionen seien ein erster Schritt zur Ermittlung von Kartellverstössen. Dies nehme den Ausgang des Verfahrens nicht vorweg.

Wiederholungstäter

Die EU-Kartellbehörde hat die von wenigen grossen Unternehmen beherrschte Branche schon länger im Visier, da in der Vergangenheit Preise und Verkaufsgebiete zwischen den Firmen abgesprochen wurden.

1994 waren führende Zementhersteller wegen einer Kartellbildung zu einer Busse von 248 Mio. Euro verurteilt worden. Nach einem Rekurs der Firmen wurde die Strafe auf 140 Mio. Euro reduziert.

2003 verhängte das deutsche Bundeskartellamt ein Bussgeld von 660 Mio. Euro gegen die Branche - damals das höchste Kartellbussgeld überhaupt. Viele der Sünder waren Wiederholungstäter.

(sda)

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