Aktualisiert 24.05.2007 18:51

Razzia gegen Hamas-Politiker

Israelische Soldaten haben im Westjordanland mehr als 30 führende Hamas-Politiker festgenommen. Unter den Gefangenen ist nach palästinensischen Angaben Bildungsminister Nasser al-Schaer.

Ausserdem wurden mehrere Abgeordnete sowie die Bürgermeister von Nablus, Kalkiliya und einigen Kleinstädten verhaftet. Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Festnahmen in der Nacht zum Donnerstag.

Die Festgenommenen würden verhört, teilte die israelische Armee mit. Sie hätten im Westjordanland eine Terrororganisation aufgebaut, die derjenigen im Gazastreifen vergleichbar sei. Ein israelischer Regierungsvertreter kündigte weitere Festnahmen an.

Die Hamas erklärte, «alle Mittel einzusetzen», um die Gefangenen zu befreien. Auch die Regierung, an der neben der Hamas die als gemässigt geltende Fatah beteiligt ist, forderte die Freilassung der Funktionäre. Für eine ähnliche Aktion im vergangenen Jahr war Israel international scharf kritisiert worden.

Die Festnahmen folgten auf den mehr als einwöchigen Beschuss des israelischen Grenzgebiets mit über 200 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen. Die meisten Angriffe kamen von militanten Hamas- Aktivisten. Auch am Donnerstag schlugen wieder Raketen im Grenzgebiet ein.

Abbas fordert Raketenstopp

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas rief die militanten Gruppierungen am Donnerstag auf, die Raketenangriffe auf Israel zu stoppen. Abbas sagte nach einem Treffen mit dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana in Gaza, man strebe eine umfassende Waffenruhe mit Israel an. Solana betonte, die Gewalt von palästinensischer und von israelischer Seite müsse beendet werden.

Die israelische Luftwaffe zerstörte bei erneuten Angriffen auf den Gazastreifen am Donnerstag zwei Hamas-Stützpunkte. Dabei wurden Ärzten zufolge mindestens zwei Menschen verletzt.

Der erste Angriff galt dem Posten einer Hamas-Einheit in der Stadt Gaza, der zweite einem Stützpunkt der Hamas-Exekutivtruppe bei Deir al-Bala im Zentrum des Küstengebiets. Die israelische Armee bestätigte den Angriff in Gaza. Sie hat zuletzt täglich palästinensische Ziele ins Visier genommen.

UNO für internationale Friedenstruppe

Der neue UNO-Sondergesandte für den Nahen Osten, Michael Williams, schlug unterdessen eine internationale Friedenstruppe für den Gazastreifen vor. Israel, die Palästinenser und die Vereinten Nationen sollten einen solchen Schritt prüfen, sagte Williams auf seiner ersten Nahost-Reise seit seinem Amtsantritt in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.