Verfahren ausgeweitet: Razzia in Büros der Credit Suisse
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Verfahren ausgeweitetRazzia in Büros der Credit Suisse

In Deutschland stehen vier weitere Banker der Credit Suisse im Fokus der Justiz: Auch sie sollen Steuerhinterziehern geholfen haben. Die Fahnder durchsuchten CS-Büros an vier Standorten.

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sda/sas
Seit Deutschland im Frühjahr 2010 ein CD mit Datensätzen der Credit Suisse kaufte, ist die Schweizer Grossbank ständig im Visier der Fahnder.

Seit Deutschland im Frühjahr 2010 ein CD mit Datensätzen der Credit Suisse kaufte, ist die Schweizer Grossbank ständig im Visier der Fahnder.

Für die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) wird es in Deutschland immer ungemütlicher. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ihre Ermittlungen ausgeweitet. «Vier weitere Mitarbeiter der Credit Suisse sind zu Beschuldigten geworden», sagte der Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. Am Dienstag seien Beamte zu Razzien in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt und an «zwei kleineren Orten» ausgerückt. Ziel der Durchsuchungen waren laut Möllmann Privaträume und Büros der vier Mitarbeiter gewesen.

Die CS -Banker stehen laut Möllmann unter dem Verdacht, als Repräsentanten für die grenzüberschreitende Kundenbetreuung der Bank Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen insgesamt neun CS-Mitarbeiter, darunter ein ehemaliger. Konkret sollen die Mitarbeiter über scheinbare Lebensversicherungen die Identität von Kunden verschleiert haben.

Eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldzahlungen stehe nicht zur Debatte, unterstrich der Staatsanwalt. «Wir sind mitten in den Ermittlungen», betonte er. Ein CS-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass Büros durchsucht worden seien. Weitere Kommentare gibt die Credit Suisse wegen der laufenden Ermittlungen nicht ab.

Grossrazzia im Sommer

Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf war eine CD mit illegal beschafften Daten zu deutschen Kunden einer Schweizer Bank, die das Bundesland Nordrhein-Westfalen 2010 gekauft hatte. Gemäss der Staatsanwaltschaft Düsseldorf stammen die Daten von der Credit Suisse.

Als der Kauf des Datenträgers im Februar 2010 intensiv in den Medien diskutiert wurde, zeigten sich tausende Deutsche selbst wegen Steuerdelikten an. Anfang Juli 2010 durchsuchten dann 150 Ermittler sämtliche deutschen Filialen der Credit Suisse.

CS im Visier der USA

Die Credit Suisse sieht sich auch mit Problemen in den USA konfrontiert. Seit zwei Wochen wird ein Kadermann von US-Behörden festgehalten, angeblich als wichtiger Zeuge. Wie die «New York Times» aber in Erfahrung bringen konnte, droht dem Banker noch diese Woche eine Anklage wegen Verschwörung und Betrug. Laut eines anonymen Informanten der «Financial Times» werden neben des CS-Kadermanns weitere Personen angeklagt, darunter mindestens eine Person aus einer Schweizer Bank, welche nicht die UBS ist.

Der Inhaftierte wurde laut Abgaben von «Finews» in New York inhaftiert, dann aber nach Fort Lauderdale verschoben. Er arbeitet seit zwei Jahren bei Credit Suisse Private Advisors, einer in Zürich angesiedelten CS-Tochterfirma, die sich um Investmentstrategien von reichen Privatkunden und Institutionen kümmert. Zuvor hatte der Banker 15 Jahre bei der UBS gearbeitet. Die «SonntagsZeitung» hatte bereits spekuliert, dass der Grund für seine Festnahme in seine Zeit bei der UBS fallen könnte, wo er während 15 Jahren tätig war.

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