Aktualisiert 05.07.2012 16:44

BespitzelungsaffäreRazzia in der Ikea-Zentrale in Paris

In der Affäre um die Bespitzelung von Mitarbeitern hat die französische Polizei abermals die Zentrale von Ikea Frankreich durchsucht.

Willkommen bei der Ikea heisst es für die Besucher, die Mitarbeiter wurden dagegen bespitzelt.

Willkommen bei der Ikea heisst es für die Besucher, die Mitarbeiter wurden dagegen bespitzelt.

Im Zusammenhang mit dem Vorwurf, dass Ikea Bewerber, Mitarbeiter und Gewerkschafter von privaten Sicherheitsleuten bespitzeln liess,

durchkämmtem sechs Polizisten am Donnerstag die Archive des Firmensitzes in Plaisir nahe Paris, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Die Ermittlungen gingen voran, betonten die Anwälte der Gewerkschaften, Yassine Yakouti und Sofiane Hakiki. Dies zeige, wie wichtig die im März bekanntgewordenen Vorfälle seien. Bereits Mitte März waren die Büros und Computer der französischen Ikea-Zentrale durchsucht worden.

Die französische Justiz untersucht den Vorwurf, dass Ikea Bewerber, Mitarbeiter und Gewerkschafter von privaten Sicherheitsleuten bespitzeln liess. Diese sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, aus der Kfz- Zulassungsstelle oder aus dem Führerschein-Register übermittelt haben. Auch Kunden sollen im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung bespitzelt worden sein.

Hochrangige Mitarbeiter entlassen

Wegen der Affäre entliess das Unternehmen im Mai vier hochrangige Mitarbeiter, unter ihnen einen früheren Chef von Ikea Frankreich und eine frühere Personalchefin. Ende Juni verabschiedete der Möbelriese zudem einen Verhaltenskodex für sein Personal.

Der Text verbietet Korruption und Diskriminierung und schreibt den Respekt des Privatlebens vor. Ab Herbst sollen die Vorschriften auch in anderen Ländern verteilt werden.

(sda)

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