Auch in der Schweiz: Razzien gegen Internet-Mafia im Darknet

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Auch in der SchweizRazzien gegen Internet-Mafia im Darknet

Die deutsche Polizei hat letzte Woche in mehreren Ländern Razzien durchgeführt – auch in der Schweiz. Dabei wurden über 40 Kilogramm Drogen gefunden.

von
qll

Die Betreiber mehrerer illegaler Handelsplattformen wurden letzte Woche durch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main festgenommen. Wie «Bild» berichtet, wurden auch ihre Internet-Seiten lahmgelegt.

Gemäss der Zeitung wurden in der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Litauen, Bosnien und Herzegowina sowie Russland insgesamt 69 Wohnungen durchsucht.

Drogen und Schusswaffen sichergestellt

Da es sich bei den Tätern auch um illegale Waffenhändler handelte, kamen die Spezialkräfte der Anti-Terror-Einheit GSG 9 zum Einsatz. Insgesamt wurden neun dringend Tatverdächtige aus der Schweiz, Deutschland, Syrien und Bosnien festgenommen.

Beim Einsatz wurden Drogen (unter anderem 36 Kilo Amphetamin, eineinhalb Kilo Kokain, zwei Kilo Cannabis und mehr als zwei Kilo Ecstasy), eine Schusswaffe und 150'000 Euro in bar sichergestellt. Dazu kamen mehrere Computer, Festplatten und andere Datenträger.

Ein Jahr Ermittlungsarbeit

Gemäss «Bild» sollen die Täter in sogenannten geschlossenen Foren mit ihren Kunden Geschäfte abgeschlossen haben. Sie sollen mit Waffen, Drogen, Falschgeld und gefälschten Ausweisen und Pässen gehandelt haben. Auch mit gestohlenen Kreditkarten-Informationen, Online-Banking-Daten und Zugängen zu Streaming-Diensten sollen die Täter auf den Darknet-Plattformen Geschäfte gemacht haben.

«Wir waren in der vergangenen Woche gegen Cyber-Kriminelle aktiv, dabei kam es zu Festnahmen in ganz Deutschland», sagt ein BKA-Sprecher zu «Bild». Der Aktion Traweler ging rund ein Jahr Ermittlungsarbeit voraus. Die Spezialisten überwachten über längere Zeit und unbemerkt illegale Darknet-Server in verschiedenen Ländern. Das Fazit eines Ermittlers: «Jetzt können sich Kriminelle im Darknet nie wieder sicher sein, dass wir ihre Chat-Foren und Geschäfte nicht überwachen.»

Das Darknet

Über 99 Prozent der Daten im Internet sind nicht über Suchmaschinen auffindbar. Man spricht vom Deep Web. Darin versteckt sich auch das Darknet. Das sind Netzwerke, die bewusst unsichtbar sein wollen. Um darauf zuzugreifen, benötigt man spezielle Software wie den TOR-Browser. Der Datenverkehr verläuft dabei verschlüsselt und über unzählige, zufällig ausgewählte private Rechner. Überwacher können so nur schwer Informationen über die Kommunikation sammeln.

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