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Spanischer SupercupReal-Spieler tritt Gegner um und wird gefeiert

Im Supercup-Final begeht Federico Valverde ein rüdes Foul. Von Medien, Fans und Teamkollegen wird er dafür gelobt – und sogar noch ausgezeichnet.

von
nih

Dank dem taktischen Foul von Federico Valverde gewinnt Real Madrid den Super Cup gegen Stadtrivalen Atletico. (Video: KSA Sports)

Auch ein rüdes Foul kann zu Ruhm beim spanischen Rekordmeister Real Madrid verhelfen. Nach dem Triumph der Königlichen im Final des spanischen Supercups über Stadtrivale Atlético (4:1 im Elfmeterschiessen) wurde Rot-Sünder Federico Valverde von Medien, Fans und Teamkollegen auch und vor allem wegen einer spielentscheidenden Notbremse bejubelt.

Es lief die 115. Minute, als sich Atléticos Angreifer Álvaro Morata beim Stand von 0:0 auf eine sehr einsame Reise in Richtung Real-Tor befand. Federico Valverde rannte hinter Morata her, versuchte ihn einzuholen. Doch Morata war zu schnell, Valverde sah kein Land. Und so grätschte er ihn von hinten in die Beine, vereitelte somit den wohl sicheren Führungstreffer.

Presse feiert den Übeltäter

Morata wälzte sich lange schmerzverzerrt auf dem Boden, es gab ein langes Handgemenge, Valverde bekam die Rote Karte gezeigt. Real Madrid rettete sich durch den Tritt ins Elfmeterschiessen, bei dem sich Valverdes Kollegen dann deutlich mit 4:1 durchsetzten.

Die Madrider Fachzeitung «Marca» ernannte Valverde für das Foul zum «Helden». Sein Tritt gehe «in die Geschichte ein». Das Konkurrenz-Blatt «AS» schrieb: «Madrid hat auf Valverde angestossen. Noch nie wurde eine Rote Karte bei Real so sehr gefeiert.»

«Jeder hätte an seiner Stelle das Gleiche getan»

Und nicht nur die Medien feierten den Sünder. Er wurde nicht nur zum MVP, zum besten Spieler des Finals gewählt, auch Mitspieler und Trainer lobten ihn. So wurde Valverde in der Umkleidekabine von Captain Sergio Ramos minutenlang lautstark gefeiert, Real-Trainer Zinédine Zidane sagte, dass er es machen musste und er es gut getan habe und Toni Kroos zollte ihm Anerkennung dafür, seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahrt zu haben.

Selbst von Diego Simeone – Trainer von Atlético Madrid – erhielt Valverde Lob. «Es war die entscheidende Szene des Finals, er hat es gewonnen», sagte Simeone etwa. «Jeder hätte an seiner Stelle das Gleiche getan.»

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