Toxisches Schocksyndrom: Reality-TV-Star vergisst Tampon drei Monate im Körper – und stirbt fast

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Toxisches SchocksyndromReality-TV-Star vergisst Tampon drei Monate im Körper – und stirbt fast

Acht Stunden sollte ein Tampon maximal im Körper bleiben. Das weiss auch Maura Higgins. Doch sie vergass es und wurde «schwer krank». Nun warnt sie andere. 

von
Fee Anabelle Riebeling
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Der britische Reality-TV-Star Maura Higgins erkrankte am Toxischen Schocksyndrom (TSS), weil sie drei Monate einen Tampon in sich trug. «Ich wusste nicht, was los war», so Higgins. «Ich war so krank.»

Der britische Reality-TV-Star Maura Higgins erkrankte am Toxischen Schocksyndrom (TSS), weil sie drei Monate einen Tampon in sich trug. «Ich wusste nicht, was los war», so Higgins. «Ich war so krank.»

Getty Images via AFP
Die 31-Jährige erzählte davon in der TV-Sendung «Shopping with Keith Lemon». 

Die 31-Jährige erzählte davon in der TV-Sendung «Shopping with Keith Lemon». 

Screenshot Youtube/Michael Payne
«Als der Arzt den Tampon fand, klebte er an meinem Gebärmutterhals», berichtet Higgins, die unter anderem bei der britischen Ausgabe von «Love Island» teilgenommen hat. 

«Als der Arzt den Tampon fand, klebte er an meinem Gebärmutterhals», berichtet Higgins, die unter anderem bei der britischen Ausgabe von «Love Island» teilgenommen hat. 

Instagram/maurahiggins

Darum gehts

Maura Higgins steht eigentlich für Unterhaltung: Die 31-jährige Influencerin war Kandidatin bei der britischen Ausgabe von «Love Island» und tanzte bei «Dancing on Ice». Doch nun sorgt sie mit einem ernsthaften Thema für Aufregung: In der TV-Show «Shopping with Keith Lemon» offenbarte sie, dass sie wegen eines vergessenen Tampons beinahe gestorben sei.

«Ich wusste nicht, was los war», so Higgins zu Moderator Keith Lemon. «Ich war so krank.» Ausgelöst wurden die Beschwerden von einem lange vergessenen Tampon. Drei Monate habe dieser in ihr gesteckt, als ihr Arzt ihn schliesslich entdeckte. Das Hygieneprodukt hatte sich am Gebärmutterhals festgesetzt – und zu den diffusen Gesundheitsproblemen geführt. Die Diagnose lautete: Toxisches Schocksyndrom (siehe Box), kurz TSS oder auch Tamponkrankheit genannt.

Das steckt hinter dem Toxischen Schocksyndrom

Aufmerksamkeit schaffen

Dass Higgins so offen über ihre TSS-Erfahrung spricht, hat einen Grund: Sie möchte auf die seltene Erkrankung aufmerksam machen: «Es kommt durchaus vor, dass sich junge Mädchen im Ausgang richtig betrinken und dann vergessen, dass sie einen Tampon eingeführt haben.» So etwas passiere tatsächlich – «und niemand spricht darüber». Das wolle sie ändern. «Es ist nichts, wofür man sich schämen müsste.»

«Wir wissen von Tausenden von Fällen, in denen Tampons ‹zurückbehalten› wurden, ohne dass es zu einem toxischen Schock kam.»

Nichole Tyson, Gynäkologin bei Kaiser Permanente in Nordkalifornien

Warum Higgins den entscheidenden Arztbesuch so lange hinausgezögert hat, ist offen. Fest steht aber, dass ein vergessener Tampon nicht unweigerlich zum TSS führen muss, wie Nichole Tyson, Gynäkologin bei Kaiser Permanente in Nordkalifornien, auf Huffingtonpost.co.uk erklärt: «Wir wissen von Tausenden von Fällen, in denen Tampons ‹zurückbehalten› wurden, ohne dass es zu einem toxischen Schock kam.» Ausgeschlossen sei eine solche Entwicklung aber nicht. Die Empfehlungen, den Tampon regelmässig nach wenigen Stunden zu wechseln, diene dazu, «das Risiko für ein TSS möglichst gering zu halten».

Tatsächlich haben nicht alle Mädchen und Frauen Glück im Unglück wie Higgins: 2013 starb eine 14-Jährige am TSS und dem Model Lauren Wasser mussten aufgrund der Infektion beide Beine amputiert werden, was ihrem Erfolg aber keinen Abbruch tut.

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