Aktualisiert 22.05.2009 13:30

«Esther Maurer muss weg»

Realpolitik im virtuellen Raum

Die Facebook-Gruppe «Esther Maurer muss weg», setzt alles daran, die Zürcher Stadträtin aus dem Amt zu drängen. Vor dem morgigen, ersten realen Treffen der Community sprach 20 Minuten Online mit einem der vier Initianten der Gruppe.

von
Manuel Bühlmann

«Wenn jemand über zehn Jahre im Stadtrat den gleichen Posten besetzt, und dies ohne die Zürcher Bevölkerung gebührend zu vertreten, ist die Zeit reif für einen Abgang», ist Sascha Walker, HSG-Absolvent und Mitinitiator der Facebook-Gruppe «Esther Maurer muss weg», überzeugt.

Gemeinsam mit zwei befreundeten Juristen und Betriebswirtschaftern hat Walker die Gruppe Anfang August ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich ihnen über 4700 Personen angeschlossen. «Wir hätten nie damit gerechnet, dass die Gruppe so schnell wachsen würde und sind über die Eigendynamik, die sich entwickelt hat, hoch erfreut», sagt Walker zu 20 Minuten Online und ergänzt: «Scheinbar haben wir genau den Nerv der Zeit getroffen. Bis auf eine einzige Ausnahme haben wir durchwegs positive Feedbacks erhalten.»

Geeigneter Gegner wird im Internet aufgebaut

Die drei Akademiker im Alter zwischen 26 und 32 Jahren sind fest entschlossen, alles daran zu setzen, dass Esther Maurer bei den nächsten Wahlen 2010 nicht mehr zum Handkuss kommt. «Die Aktivitäten, die in den letzten zwei, drei Jahren von Esther Maurer losgetreten wurden, stossen uns sauer auf. Die Irrationalität von Entscheiden, die Bevormundung erwachsener Personen und die fehlende Verhältnismässigkeit sind uns unverständlich» enerviert sich Walker.

Ein geeigneter Gegenkandidat soll nicht via Facebook, sondern direkt in den bestehenden Parteien gesucht werden. Ihnen schwebt dabei eine Person aus dem Kreise der Jungen Grünen, der Grünliberalen oder der SP vor. «Für uns steht aber nicht die Partei im Vordergrund, sondern die liberale Werthaltung des potentiellen Kandidaten», betont Walker.

Ein Kernteam von zwölf Leuten trifft sich jetzt

Am 18. September sowie an einem Alternativtermin treffen sich die zwölf Personen des aus Facebook-Mitgliedern zusammengestellten Kernteams zum ersten Mal in der Realität, um das weitere Vorgehen zu besprechen. «Wir sind überzeugt, dass wir mit einem zielgruppengerechten Argumentorium, Wahlpartys, Events in der Künstlerszene, einer Website etc. viele Mitstreiter für unser Anliegen gewinnen werden», sagt Walker.

Die Zürcher Polizeivorsteherin wollte sich gegenüber 20 Minuten Online nicht zu den Aktivitäten gegen ihre Politik äussern.

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