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Riverrafting-UnfallReanimierte Frau im Spital verstorben

Gestern konnte sie nach einem Riverrafting- Unfall in der Lütschine im Berner Oberland noch reanimiert werden. Am Abend ist sie jedoch im Spital ihren Verletzungen erlegen.

Die zweite Touristin, die reanimiert werden musste, befindet sich in «besorgniserregendem» Zustand, wie die Kantonspolizei Bern am Samstag mitteilte. Die Identität der Toten stehe noch nicht zweifelsfrei fest, teilten das zuständige Untersuchungsrichteramt und die Kantonspolizei Bern am Samstag mit. Bei der Schwerverletzten handle es sich um eine 28-jährige US-Amerikanerin.

Die zwei Frauen waren am Freitagnachmittag beim Riverrafting in der Lütschine gekentert und von Führern aus nachfolgenden Booten gerettet worden (20 Minuten Online berichtete). Sie mussten wiederbelebt werden. Die Rega flog die Schwerverletzten danach in eine Spezialklinik.

Wettersituation und Wasserstand der Lütschine seien zum Zeitpunkt des Unfalls nicht problematisch gewesen, sagte Hans Allemann, Präsident des Branchenverbands der Outdoor-Anbieter, der Swiss Outdoor Association, auf Anfrage. Der Fluss habe zwar nicht wenig Wasser geführt, aber fürs Rafting sei die Menge gut gewesen.

Laut eines Diagramms des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern waren es zwischen 48 und 50 Kubikmeter/Sekunde. Die von der Branche festgelegte Obergrenze für die Lütschine liege bei 65 Kubikmetern/Sekunde.

In Strömung geraten

Insgesamt waren fünf Boote einer auch auf Riverrafting-Touren spezialisierten Firma hintereinander auf dem Fluss unterwegs. Für eine zweite Teilstrecke musste am Dangelstutz in Wilderswil neu eingewassert werden. Kurz nach der Einwasserungsstelle hat die Strömung das zweite Boot gegen einen Felsbrocken und zum Teil unter Wasser gedrückt, wie es weiter heisst.

Dabei stürzten die Bootsinsassen, sieben Touristen und ein Guide, ins Wasser. Ausser den zwei Frauen konnten sich alle selber ans Ufer retten. Sie trugen lediglich leichte Verletzungen davon.

Touristen aus Übersee

Bei der Gruppe handelt es sich um eine Irländerin und um fünf Frauen und einen Mann aus Übersee, mehrheitlich aus Australien. Die meisten seien bereits an andere Destinationen weitergereist. Die genaue Unfallursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Der letzte grössere Bootsunfall im Berner Oberland ereignete sich im vergangenen Sommer auf der Kander, als Schweizer Armeeanghörige mit Schlauchbooten kenterten. Vier Soldaten starben, ein weiterer blieb vermisst.

Der Rafting-Unfall vom Freitag weckt auch traurige Erinnerungen an das Canyoning-Unglück, das sich vor fast genau zehn Jahren in der Saxetschlucht in Wilderswil ereignete. Am 27. Juli 1999 kamen dabei 21 Menschen in einer Wasserwalze ums Leben, 14 davon stammten aus Australien. (sda)

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