In Damaskus: Rebellen attackieren Assads Konvoi

Aktualisiert

In DamaskusRebellen attackieren Assads Konvoi

Der Konvoi des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ist von Rebellen mit Granaten angegriffen worden. Der syrische Machthaber blieb bei den Angriffen unverletzt - syrische Medien lieferten sofort den Bildbeweis.

von
jam

Syrische Rebellen haben in Damaskus den Konvoi von Präsident Baschar al-Assad angegriffen. Aktivisten berichteten am Donnerstag von mehreren Explosionen im Stadtviertel Malki, das neben der Residenz des Präsidenten liegt. Bei dem Angriff seien auch Fahrzeuge getroffen worden, sagte der Chef der Tahrir-al-Schamam-Brigade, Firas al-Bitar, dem Fernsehsender Al-Arabiya.

Die Ahrar-al-Scham-Brigade erklärte später, sie habe den Konvoi des Präsidenten auf seinem Weg zu einer Moschee mit Granaten angegriffen. Der syrische Informationsminister bestritt den Angriff. «Die Nachricht ist komplett unwahr», sagte Omran al-Sohbi am Donnerstag im Staatsfernsehen. der Präsident und sein Konvoi seien nicht getroffen worden. Seinen Worten zufolge fuhr Assad in seinem eigenen Auto zu einer Moschee. Die Rebellengruppe erklärte indes, man habe die Route des Konvois ausgekundschaftet und mehrere 120-Millimeter-Geschosse abgefeuert.

Die syrischen Staatsmedien verbreiteten anschliessend Bilder, die Assad beim Gebet in einer Moschee zeigen. In der islamischen Welt hat am Donnerstag Eid al-Fitr begonnen - das Fest des Fastenbrechens, das den Monat Ramadan beendet.

Wie das in Grossbritannien ansässige oppositionelle Beobachtungszentrum für Menschenrechte mitteilte, schlugen drei Granaten frühmorgens in Malki ein. Der Chef des Zentrums, Rami Abdul-Rachman, bezweifelte, dass Assads Konvoi getroffen wurde. Das wohlhabende Viertel, in dem viele Angehörige der politischen und wirtschaftlichen Elite leben, ist in dem zweijährigen Bürgerkrieg bislang kaum in Mitleidenschaft gezogen worden: Es wird von Regierungstruppen stark abgeschottet.

Öffentliche Auftritte selten

Assad zeigt sich seit Beginn des Bürgerkriegs in seinem Land kaum noch in der Öffentlichkeit. Allerdings hatte er auch im vergangenen Jahr an einer Zeremonie zum Fest Eid al-Fitr am Ende des Ramadan teilgenommen. Am Sonntag sagte Assad in einer ebenfalls raren Fernsehansprache, er wolle den Aufstand in seinem Land «mit eiserner Faust» zerschlagen.

Auch der syrische Oppositionsführer, Ahmed al-Dscharba, setzte sich zum Beginn des Ramadan-Festes medienwirksam in Szene. Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, die ihren Sitz in Istanbul hat, tauchte unangekündigt zum Gebet in einer Moschee in der umkämpften Stadt Daraa auf. Nach Angaben von Regimegegnern war er von Jordanien aus nach Syrien gereist.

Schon mehr als 100'000 Tote

In Syrien toben seit rund zwei Jahren schwerste Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Mehr als 100'000 Menschen sind dabei bereits getötet worden.

Derzeit kontrollieren Assads Truppen den Süden und die Mitte des Landes. Die Rebellen haben die Oberhand im Norden. Nach Monaten der Rückschläge hatten die Aufständischen zuletzt wieder Erfolge vermeldet. (jam/sda)

Deine Meinung