Libyen-Krieg: Rebellen erobern Hafen von Sirte
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Libyen-KriegRebellen erobern Hafen von Sirte

Nach tagelangen Kämpfen um die letzten Widerstandsnester der Gaddafi-Anhänger konnten die libyschen Rebellen einen Erfolg verbuchen. Die Offensive in Sirte hat aber auch Schattenseiten.

Die Truppen der neuen libyschen Führung haben nach eigenen Angaben den Hafen der Stadt Sirte unter ihre Kontrolle gebracht. Das Gelände sei in der Nacht zum Dienstag besetzt worden, sagte ein militärischer Vertreter des Nationalen Übergangsrats.

Die Kämpfer war in den vergangenen Tagen bis in die Aussenbezirke der Heimatstadt des gestürzten Machthabers Muammar Gaddafi vorgerückt. Nun bereiteten sie sich auf die weitere Einnahme der Stadt vor, sagte Mustafa ben Dardef, ein Kommandant der Truppen des Nationalen Übergangsrats.

Die Kämpfer gehen davon aus, dass sich Gaddafis 36-jähriger Sohn Mutassim, ein Arzt und Soldat, in Sirte aufhält und den Widerstand befehligt.

Nach Angaben eines Kommandanten des Übergangsrates sind Gaddafi- Anhänger aber möglicherweise bereit, ihre Waffen niederzulegen. Man befinde sich in Gesprächen über eine Waffenruhe, sagte der Brigaden- Kommandant des Übergangsrates, Tuhami Sajani, der Nachrichtenagentur Reuters in Sirte.

Die Verhandlungen gingen auf eine Initiative von Ältesten des Gaddafi-Stammes zurück, sagte Sajani. Die Gaddafi-Anhänger forderten freien Abzug für Angehörige des Stammes sowie der bewaffneten Milizen aus Sirte.

Zivilisten leiden

Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen rund 2000 der 70 000 Bewohner aus der Stadt Sirte. Die Bewohner berichteten, dass es in Sirte an Wasser, Strom und Nahrungsmitteln mangle.

Auch aus der zweiten umkämpften Stadt, Bani Walid, sollen laut UNO-Schätzungen mittlerweile rund 24 000 Menschen geflohen sein. «Wir sind sehr beunruhigt über die Lage der Menschen in Sirte und Bani Walid», sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes.

Das Rote Kreuz und andere Organisationen verlangen freien Zugang zu den umkämpften Städten, um die Zivilisten zu versorgen. Kämpfer des Übergangsrats haben den Gaddafi-Truppen vorgeworfen, die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen und am Verlassen der umkämpften Gebiete zu hindern.

Durchhalteparolen von Gaddafi

Gaddafi versicherte derweil nach Angaben der Internetseite des ihm treuen Fernsehsenders Allibija, er befinde sich weiterhin in Libyen. Demnach kündigte er in einer Ansprache im Lokalradio von Bani Walid an, er wolle in seinem Land als «Märtyrer» sterben. «Die Helden haben Widerstand geleistet und sind als Märtyrer gefallen», sagte er. «Auch wir rechnen damit, als Märtyrer zu sterben.»

Behauptungen, er halte sich in Venezuela oder im Niger auf, seien Lügen. Gaddafi befindet sich seit der Eroberung seiner Residenz in der libyschen Hauptstadt Tripolis Ende August durch die aufständischen Rebellen auf der Flucht. (sda)

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