Russland: Rebellen greifen Heimatdorf Kadyrows an
Aktualisiert

RusslandRebellen greifen Heimatdorf Kadyrows an

Der Nordkaukasus hat mit fast 40 Toten ein blutiges Wochenende erlebt. Unter anderem schlugen tschetschenische Rebellen am Familiensitz von Präsident Kadyrow zu.

von
Sergei Venyavsky
apn
Ein Soldat des russischen Innenministeriums steht bei einem getöteten Mann im Dorf Gubden in Dagestan.

Ein Soldat des russischen Innenministeriums steht bei einem getöteten Mann im Dorf Gubden in Dagestan.

Fast 40 Menschen wurden am Samstag und Sonntag bei Feuergefechten in den Republiken Tschetschenien, Kabardino-Balkarija und Dagestan getötet, wie die Behörden mitteilten. Allein bei einer Schiesserei zwischen der Leibwache des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow und Rebellen kamen am Sonntagmorgen 19 Menschen ums Leben. Darunter waren auch fünf Zivilpersonen, die ins Kreuzfeuer geraten waren, wie russische Medien berichteten.

Die Rebellen seien in Tsentoroi, das Heimatdorf Kadyrows eingedrungen, sagte sein Sprecher Alwi Karimow der Nachrichtenagentur AP. Bei dem Gefecht seien mindestens zwölf Rebellen und zwei Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden. Kadyrow sei auch in dem Dorf gewesen, bestätigte Karimow. Er habe die Sicherheitskräfte befehligt. Der Präsident entging soweit bekannt zuletzt 2009 einem möglichen Attentatsversuch.

Gewalt in Dagestan und Kabardino-Balkarien

Bei einem anderen Zwischenfall in der Region wurden am Sonntag in der Republik Dagestan vier militante Islamisten erschossen. Sie waren nach Angaben der Behörden in zwei Fahrzeugen unterwegs und hatten an einem Kontrollposten der Polizei nicht angehalten.

Bei drei Grosseinsätzen der russischen Polizei waren erst am Samstag mindestens 14 mutmassliche Extremisten getötet worden. Auch zwei Polizisten seien ums Leben gekommen, teilte die Polizei. In der russischen Republik Kabardino-Balkarien wurden demnach bei zwei Gefechten neun mutmassliche Extremisten erschossen. In der benachbarten Republik Dagestan wurden fünf mutmassliche Extremisten und zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet.

Die Extremisten in Dagestan hatten nach Angaben der Ermittler Verbindungen zu Madomedali Wagabow, dem mutmasslichen Drahtzieher der Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro, bei denen im April 40 Menschen getötet wurden. Wagabow wurde in der vergangenen Woche bei Gefechten mit Spezialeinheiten getötet.

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass die Anschläge auch eine Reaktion auf gewaltsame Übergriffe und Morde durch die russische Polizei unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung seien.

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