Anschlag vor Moschee: Rebellen im Iran rächen Anführer
Aktualisiert

Anschlag vor MoscheeRebellen im Iran rächen Anführer

Bei einem Doppelanschlag vor einer schiitischen Moschee im Südosten des Irans sind mindestens 27 Menschen getötet worden.

Abdulmalik Rigi «gesteht» im englischsprachigen iranischen Staatsfernsehen Press TV, dass ihm die USA eine Basis in Afghanistan versprochen haben (26. Februar 2010). (Bild: AFP)

Abdulmalik Rigi «gesteht» im englischsprachigen iranischen Staatsfernsehen Press TV, dass ihm die USA eine Basis in Afghanistan versprochen haben (26. Februar 2010). (Bild: AFP)

Beim Doppelanschlag auf eine schiitische Moschee im Südosten des Iran sind am Donnerstagabend neuesten Angaben zufolge 27 Menschen getötet und mindestens 270 weitere verletzt worden. Der Zustand von elf der Verletzten sei kritisch, sagte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid Dastdscherdi am Freitag der Nachrichtenagentur Mehr.

Ein Abgeordneter der Stadt Sahedan, in welcher der Anschlag verübt wurde, Hossein Ali Schahriari, sprach der Nachrichtenagentur Ilna zufolge von 26 Toten und mehr als 300 Verletzten. Die Opferzahl könne noch steigen.

In der schiitischen Jamia-Moschee in Zahedan waren zwei Sprengsätze explodiert, gemäss Augenzeugen handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. In der Moschee hatten sich zahlreiche Gläubige versammelt, um den Geburtstag des Iman Hussein, des Enkels des Propheten Mohammed, zu feiern.

Aus diesem Anlass werden alljährlich auch die iranischen Revolutionsgarden gefeiert. Unter den Opfern sollen mindestens sechs Gardisten sein.

Augenzeugen berichteten, dass zuerst ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel an einem Kontrollpunkt der Garden nahe der Moschee gezündet habe. Als sich Helfer und schiitische Pilger um die Opfer kümmern wollten, ging der Gürtel eines zweiten Selbstmordattentäters in der Menschenmenge hoch.

Sunnitische Extremisten im Verdacht

Der Anschlag wird einer Gruppe zugeschrieben, die sich Dschundallah (»Gottessoldaten») nennt. Ihr Anführer Abdulmalik Rigi war im Juni hingerichtet worden.

Ein führender Offizier, General Yadollah Javani, beschuldigte die USA und Israel, hinter den Anschlägen zu stecken. Die USA hatten stets bestritten, die «Gottessoldaten» zu unterstützen. US- Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte den Anschlag.

Die Regierung in Teheran hatte behauptet, Rigi habe vor seiner Hinrichtung gestanden, direkte Kontakte zu den Amerikanern unterhalten zu haben. Die Gruppe solle Zwietracht zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit im Iran säen.

Drogenroute

Die radikale Sunniten-Gruppe Dschundallah hatte sich auch zu einem Anschlag auf die Revolutionsgarden bekannt, bei dem im Oktober über 40 Menschen starben. Zahedan ist die Hauptstadt der Provinz Sistan-Belutschistan, die an Afghanistan and Pakistan grenzt. In der Provinz leben viele sunnitische Muslime.

Die Region gilt als eine Hauptdrogenroute nach Europa und als besonders unsicher. Im Mai 2009 waren bei einem Anschlag auf eine Moschee in Zahedan 25 Gläubige getötet und 80 verletzt worden.

(sda)

Deine Meinung