Krieg in Libyen: Rebellen wollen Gaddafi vor Gericht sehen
Aktualisiert

Krieg in LibyenRebellen wollen Gaddafi vor Gericht sehen

Die Rebellen wollen, dass sich der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi vor einem Kriegsverbrechertribunal verantworten soll. Das Ausland will aber, dass Gaddafi im Land bleibt.

Nach dem Willen der libyschen Rebellen soll sich Machthaber Muammar al-Gaddafi vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal verantworten müssen.

Im Ausland wächst dagegen die Unterstützung für eine Lösung, nach der Gaddafi in seinem Heimatland bleiben darf, sollte er freiwillig die Macht abgeben.

Gaddafi soll abtreten

Das Wichtigste sei, dass Gaddafi abtrete, danach könne man über die Details reden, sagte Rebellensprecher Ali al-Issaui am Freitag bei einem Treffen mit Italiens Aussenminister Franco Frattini in Rom.

Aber man würde es gerne sehen, wenn sich Gaddafi vor dem internationalen Strafgerichtshof verantworten müsste, sagte al-Issaui. Washington, Paris und Rom haben bereits ihre Zustimmung dafür signalisiert, dass sich Gaddafi im Falle eines Machtverzichts in Libyen zur Ruhe setzen könne, sollte das libysche Volk dem zustimmen.

Schwere Angriffe auf Tripolis

Die NATO setzte unterdessen in der Nacht zum Samstag ihre Angriffe fort. Die Bombenangriffe trafen Ziele in der Hauptstadt Tripolis, nahe der Anlage Bab al-Asisija. Dem libyschen Staatsfernsehen zufolge kam es zu Opfern unter der Bevölkerung. Der Sender nannte keine Details.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von sieben Detonationen in der Umgebung der Residenz von Gaddafi im Zentrum von Tripolis. Damit war es der grösste Schlag auf die Hauptstadt seit mehreren Wochen. Vier Explosionen erschütterten unter anderem ein Hotel, in dem internationale Medien untergekommen sind. Drei weitere Einschläge waren unweit davon zu hören. Das Anwesen ist seit dem Beginn des internationalen Einsatzes gegen Gaddafi regelmässig Ziel von Luftangriffen. (sda)

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