St. Gallen: Rechtsradikale sollen sich nicht versammeln dürfen
Aktualisiert

St. GallenRechtsradikale sollen sich nicht versammeln dürfen

Die St. Galler CVP will extremistische Veranstaltungen im Kanton verbieten. Auslöser dafür, war ein Rechtsrock-Konzert im 2016 mit Tausenden Neonazis.

von
gab
1 / 4
Die St. Galler CVP will, dass der Kantonsrat das Verbot von extremistischen Veranstaltungen ins Polizeigesetz aufnimmt.

Die St. Galler CVP will, dass der Kantonsrat das Verbot von extremistischen Veranstaltungen ins Polizeigesetz aufnimmt.

Antifa Bern
Der Auslöser: Ein Rechtsrock-Konzert im Toggenburg. Rund 5000 Neonazis versammelten sich im Oktober 2016.Die Polizei griff nicht ein.

Der Auslöser: Ein Rechtsrock-Konzert im Toggenburg. Rund 5000 Neonazis versammelten sich im Oktober 2016.Die Polizei griff nicht ein.

Screenshot Tagblatt
Schon im vergangenen November wurde eine ausgearbeitete Vorlage vom Kantonsrat zurückgewiesen. Den Extremismus-Artikel beurteilte der Rat als zu unpräzise.

Schon im vergangenen November wurde eine ausgearbeitete Vorlage vom Kantonsrat zurückgewiesen. Den Extremismus-Artikel beurteilte der Rat als zu unpräzise.

Antifa Bern

Die Delegierten votierten einstimmig für die Lancierung einer Initiative für den Fall, dass der Kantonsrat in der kommenden Februarsession nicht selber ein Verbot von extremistischen Veranstaltungen ins Polizeigesetz aufnimmt, wie die Partei am Freitag mitteilte.

Anlass gab ein Rechtsrock-Konzert mit rund 5000 Neonazis, die sich im Oktober 2016 in Nesslau im Toggenburg versammelt hatten. Die Polizei war vom Grossanlass überrumpelt und griff nicht ein. Die CVP-GLP-Fraktion im Kantonsrat forderte 2017 mit einer Motion ein Verbot solcher extremistischer Veranstaltungen.

Volksinitiative als nächster Schritt

Der Rat überwies die Motion mit grosser Mehrheit. Die Regierung arbeitete eine Vorlage aus, diese wurde aber vom Kantonsrat im vergangenen November an die vorberatende Kommission zurückgewiesen. Den vorgeschlagenen Extremismus-Artikel beurteilte eine Mehrheit des Rats als zu unpräzis.

Die Kommission musste einen alternativen Vorschlag bringen. Die CVP macht weiter Druck und droht mit einer Volksinitiative, «falls der Kantonsrat in der Februarsession das Polizeigesetz verwässern sollte», wie es im Communiqué heisst. (gab/sda)

Deine Meinung