Demonstrationen in Basel: Rechtsradikale standen auf verlorenem Posten
Aktualisiert

Demonstrationen in BaselRechtsradikale standen auf verlorenem Posten

Eine Kundgebung Rechtsextremer fand am Samstag von der Polizei abgeschirmt und von Gegendemonstranten belagert statt. Es kam vereinzelt zu Scharmützeln mit der Polizei.

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lha/las
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Um 14 Uhr wollten Rechtsradikale um die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) auf dem Basler Messeplatz gegen den UN-Migrationspakt demonstrieren. Bereits um 13 Uhr begann aber ein zahlenmässig überlegener Auflauf von Gegendemonstranten.

Um 14 Uhr wollten Rechtsradikale um die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) auf dem Basler Messeplatz gegen den UN-Migrationspakt demonstrieren. Bereits um 13 Uhr begann aber ein zahlenmässig überlegener Auflauf von Gegendemonstranten.

20 Minuten/las
Kurz kamen sich die Gruppierungen sehr nahe.

Kurz kamen sich die Gruppierungen sehr nahe.

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Die Polizei schritt kurz darauf ein und trennte die Gruppen, um eine Konfrontation zu verhindern.

Die Polizei schritt kurz darauf ein und trennte die Gruppen, um eine Konfrontation zu verhindern.

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Auf dem Basler Messeplatz haben am Samstag rund 500 Teilnehmer einer nicht bewilligten Gegendemonstration eine bewilligte Kundgebung von rund 50 Rechtsextremen gestört. Die Polizei verhinderte eine direkte Konfrontation der beiden Gruppen mit einem Grossaufgebot. Aus Sicherheitsgründen war die Kundgebung der rechtsextremen Partei national orientierter Schweizer (Pnos) hinter den Messeturm verlegt worden, wo sie von der Polizei gegen alle Seiten abgeschirmt werden konnte.

Demonstrationen in Basel

Gegen den Uno-Migrationspakt hielten mehrere rechte Bewegungen auf dem Messeplatz in Basel eine Kundgebung ab. Eine Gegenkundgebung hatte sich formiert. Die Lage eskalierte zeitweilig, als die Polizei Gummischrot einsetzte. (Video: SDA)

Rechte Demonstranten und Gegner aus dem linken Spektrum marschieren auf dem Messeplatz auf (Video: lha/las)

Die Teilnehmer der Gegendemonstration versuchten, die Kundgebung der Rechtsradikalen von mehreren Seiten zu stören. Die Polizei musste mehrmals Gummigeschosse und Reizgas einsetzen, um sie in Schach zu halten. Beim Badischen Bahnhof lieferten sich Antifaschisten kurzzeitig Scharmützel mit der Polizei und auch bei der Belagerung der Pnos-Demo an der Kreuzung Rosentalstrasse/Mattenstrasse kam es kurzzeitig zu sogenanntem Mitteleinsatz. Die Situation beruhigte sich aber innert Minuten.

Polizei setzt Gummigeschosse ein

Die Lage zwischen der Basler Polizei und den Gegendemonstranten eskalierte um vier Uhr. Die Beamten setzten Gummigeschosse ein.

Die Polizei setzt Gummischrot gegen die Gegendemonstranten ein (Video: las)

Die Basler Kantonspolizei wurde von Beamten aus den Kantonen Baselland, Bern, Solothurn sowie der Stadt Zürich und dem Grenzwachtkorps unterstützt. Auch ein Helikopter wurde aufgeboten. Wegen der Gegenkundgebung war der Trambetrieb zwischen Badischem Bahnhof und Messeplatz mehrere Stunden blockiert.

Verletzte auf beiden Seiten

Die Kantonspolizei berichtete im Anschluss an die Demo von zwei Verletzten. Dabei handelte es sich um Rechtsradikale, die augenscheinlich von Antifa-Aktivisten attackiert worden waren und von der Polizei beschützt werden mussten, bis die Ambulanz eintraf. Mindestens drei Gegendemonstranten wurden nach Angaben von Linksaktivisten durch Gummigeschosse der Polizei im Gesicht verletzt, eine Person musste ins Spital gebracht werden. Die Polizei nahm zwei Personen vorläufig fest und führte im Verlauf des Nachmittags knapp 200 Personenkontrollen durch.

Basler Polizeisprecher zu Demonachmittag

Toprak Yerguz, Sprecher der Basler Kantonspolizei bilanziert den Demonstrationsnachmittag in Basel. (Video: 20 Minuten)

Polizeisprecher Toprak Yerguz zieht Bilanz (Video: lha)

«Bürgerliche dürfen nicht schweigen»

Bei der bewilligten Gegenkundgebung «Basel bleibt bunt» auf der Dreirosenanlage nahmen am späteren Nachmittag laut Informationen der Veranstalter rund 1000 Personen teil. Unter den Rednern waren auch Vertreter der bürgerlichen Parteien CVP, LDP und FDP. Einzig die SVP beteiligte sich nicht an der Demo. «Bürgerliche Parteien dürfen nicht schweigen, wenn zu Menschenhass und Antisemitismus aufgerufen wird», sagte die Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller-Kaderli.

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