Krise belastet die Umwelt: Recyclingfirmen unter Druck
Aktualisiert

Krise belastet die UmweltRecyclingfirmen unter Druck

Der tiefe Ölpreis und die Wirtschaftskrise sind Gift für die Umwelt: Recycling rechnet sich nicht mehr.

von
Dajan Roman

Die Wirtschaftskrise trifft auch die Recyclingindustrie. «Wir erhalten für unser Material teilweise nur noch zehn Prozent der Preise vom letzten Jahr», sagt Martin Baltisser vom Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz. Grund: Die Nachfrage aus Industrie und Bau ist eingebrochen. Ähnlich sieht es beim Altpapier aus. Auch die Karton- und Papierfabriken produzieren weniger und bauen Lager ab. «Das hat zur Folge, dass viele Recycling-Unternehmen Altpapier und Schrott minderer Qualität nur noch annehmen können, wenn sie dafür Geld erhalten», erklärt Baltisser. In den vergangenen Jahren sei der Materialwert meist so hoch gewesen, dass die Lieferanten eine Prämie erhalten hätten.

Der Einbruch der globalen Nachfrage zeigt sich auch am tiefen Ölpreis – das ist schlecht fürs Recycling von Kunststoff. «Je tiefer der Ölpreis, desto weniger Kunststoff wird gesammelt und wiederverwertet», sagt Michael Baumgartner vom Kunststoffverband Schweiz. «Neuer» Kunststoff sei dann billiger.

Auch die visionäre Idee der Plastoil AG, Plastik wieder in Öl zu verwandeln, leidet unter dem tiefen Ölpreis. «Dieses aufwändige Verfahren rechnet sich nur bei einem mittleren Ölpreis», sagt Sprecher Joe Imgrüth.

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