21.11.2020 13:15

Klärung nach GerüchtenRed Bull kauft 1000 Liter Schweizer Wasser für knapp einen Franken ein

Rund die Hälfte der weltweit getrunkenen Red-Bull-Dosen wird im St. Galler Rheintal produziert. Dort fragte man sich lange, zu welchen Konditionen das Wasser bezogen wird. Nun herrscht Klarheit.

von
Jeremias Büchel
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Red-Bull-Dosen in einem Geschäft in Glattbrugg. 

Red-Bull-Dosen in einem Geschäft in Glattbrugg.

REUTERS
Das Wasser dazu stammt aus solchen Brunnenfassungen im Rheinvorland. 

Das Wasser dazu stammt aus solchen Brunnenfassungen im Rheinvorland.

Wasserwerk Mittelrheintal
Im Red Bull Werk von Rauch in Widnau SG werden pro Jahr rund drei Milliarden Dosen abgefüllt. 

Im Red Bull Werk von Rauch in Widnau SG werden pro Jahr rund drei Milliarden Dosen abgefüllt.

Tatjana Schnalzger

Darum gehts

  • In Widnau SG wird bei der Rauch Trading AG rund die Hälfte aller weltweit getrunkenen Red Bull abgefüllt.

  • Das Wasser dazu stammt aus Brunnenfassungen aus dem Rheinvorland.

  • In der Region fragte man sich, ob der Getränkekonzern das Wasser zu einem Spottpreis bezieht.

  • Lange hielten sich die Behörden diesbezüglich bedeckt.

  • Wegen einer Anfrage, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, gibt es nun Klarheit.

Rund drei Milliarden Dosen Red Bull werden geschätzt jährlich in Widnau SG abgefüllt. Das entspricht etwa der Hälfte der weltweit getrunkenen Energydrinks des österreichischen Unternehmens. Dieses besitzt keine eigenen Produktionsstätten und lässt die Dosen vom Fruchtsafthersteller Rauch abfüllen. Neben Widnau SG gibt es eine zweite Fabrik in Nüziders in Vorarlberg, rund 40 Kilometer von Widnau entfernt, im US-Staat Arizona ist ein weiteres Werk geplant.

Dass in Widnau so viele Dosen abgefüllt werden, hat in der Bevölkerung für Misstrauen gesorgt. Es gab Gerüchte, dass der Getränkeriese das Wasser, welches aus Brunnenfassungen des Rheinvorlands bezogen wird, zu einem Spottpreis erhält, wie «Der Rheintaler» am Freitag schreibt. Nun wurde das Geheimnis gelüftet, wie die Zeitung weiter berichtet. Dies nicht freiwillig. Wegen eines Gesuchs auf Grundlage des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes schaffen die Behörden nun Klarheit.

Aktuell bezahlen Bezüger in Widnau einen Franken pro Kubikmeter Wasser. Ein Kubikmeter fasst tausend Liter. Grossbezüger, welche über 20’000 Kubikmeter Wasser pro Jahr beziehen, können individuelle Gebühren abschliessen.
Die Firma Rauch bezahlte in den vergangenen Jahren folgende Kubikmeterpreise:

  • 2019: 94 Rappen

  • 2018: 97 Rappen

  • 2017: 99 Rappen

Somit würden die Preise laut Widnauer Gemeinderat nur unwesentlich unter der allgemeingültigen Konsumgebühr für Haushalte, Industrie und Gewerbe liegen, welche bei einem Franken pro Kubikmeter liegt.

Ein Viertel des Schweizer Zuckers an Red Bull

Für die Produktion von Red Bull braucht es nicht nur viel Wasser, auch viel Zucker wird benötigt. Red-Bull-Hersteller Rauch ist der grösste Abnehmer von Schweizer Zucker. Laut der SRF-«Rundschau» kauft der Getränkegigant ein Viertel der gesamten Schweizer Zuckerproduktion auf.

Die umfangreiche Red-Bull-Produktion zeigt sich auch in der Schweizer Exportstatistik. Noch 1997 exportierte die Schweiz lediglich für etwas mehr als 200 Millionen Franken Getränke, 2017 lag der Wert bei 1,7 Milliarden. Der Treiber dahinter ist Red Bull.

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222 Kommentare
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Zückerli

22.11.2020, 10:34

Als Verkäuferin habe ich jeden Tag 2 Red Bull getrunken.Meine Migränenattaken würden immer schlimmer.Dann wurde ich krank und musste 2Wochen zuhause bleiben. Kein Red Bull. Meine Attacken gingen weg. Als ich wieder anfing zu arbeiten und nach dem ersten Red Bull waren sie wieder da.Also verzichtete ich auf dieses Getränk und die Attacken blieben aus.

Alfie

21.11.2020, 16:52

Nach einem Besuch zum Zahnarzt, mag ich absolut, nach Beginn dieses Gesöffs, keine Red Bulls mehr trinken:) endlich frei!

Andy

21.11.2020, 16:52

Seit doch froh produziert Red Bull in der Schweiz Das sind Millionen von Steuergeldern die in die Gemeindekasse fliessen geschweige die vielen Arbeitsstellen die geschaffen wurden Der leicht tiefere Preis kommt da mehrfache wieder zurück in die Gemeinde und Staatskasse Aber es gibt immer Leute die hinterfragen alles