Nach Montreal: Red Bull stichelt wieder, Verstappen zollt Respekt, Alfa-Sauber freut sich
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Nach MontrealRed Bull stichelt wieder, Verstappen zollt Respekt, Alfa-Sauber freut sich

Trotz des Sieges von Weltmeister Max Verstappen beim GP Kanada in Montreal ist Red Bull nicht vollends zufrieden. Lewis Hamilton hingegen feiert seinen Podestplatz wie einen Sieg.

von
Adrian Hunziker
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Helmut Marko, Motorsportchef von Red Bull, stänkerte nach dem GP Kanada in Richtung Lewis Hamilton. 

Helmut Marko, Motorsportchef von Red Bull, stänkerte nach dem GP Kanada in Richtung Lewis Hamilton. 

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Der Brite wurde in Montreal Dritter – und das nach den Problemen mit seinem Silberpfeil in den letzten Rennen. 

Der Brite wurde in Montreal Dritter – und das nach den Problemen mit seinem Silberpfeil in den letzten Rennen. 

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Das freute Hamilton, Marko hingegen weniger. 

Das freute Hamilton, Marko hingegen weniger. 

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Darum gehts

Formel-1-Weltmeister Max Verstappen rast aktuell unaufhaltsam in Richtung Titelverteidigung. In Montreal feierte der von der Pole gestartete Niederländer einen souveränen Sieg. Der GP Kanada wurde nur kurz vor Schluss spannend, als Ferrari-Pilot Carlos Sainz dank einer Safety-Car-Phase nochmals an Verstappen heranrücken konnte, doch der 24-Jährige verteidigte sich souverän und feierte seinen sechsten Saisonsieg. Er hat nun in der WM-Wertung 175 Punkte auf dem Konto, führt mit 46 Zählern vor Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez und mit 49 vor Charles Leclerc (Ferrari). 

Bei Red Bull herrscht aber nicht nur eitel Sonnenschein. So beschwerte sich Motorsportchef Helmut Marko über Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Der 37-jährige Brite hatte sich in Baku wegen des Hüpfens seines Mercedes, Bouncing genannt, lautstark beschwert. «Mein Rücken killt mich», äusserte er sich über den Teamfunk. Und nun fuhr er in Montreal auf den dritten Platz, strahlte vom Podium herab. Deshalb stichelte der 79-jährige Marko: «Mit einem Podest springt er plötzlich aus dem Wagen …» 

Der Motorsport-Verband FIA hat entschieden, in zwei Wochen in Silverstone Massnahmen gegen das Bouncing vorzunehmen. Das kann Marko nicht verstehen. «Ich finde die Entscheidungen der FIA nicht richtig. Ein Team, Mercedes, hat die grössten Probleme und dann reagiert man mitten in der Saison.» Der Österreicher hat für die Silberfeile eine einfache Lösung parat: «Man muss das Auto nur höher stellen. Dann haben sie dieses Bouncing nicht mehr, verlieren aber an Speed.» Dass man da jetzt so reagiere und der FIA solche Vollmachten, die praktisch die Abstimmungen der Autos bestimmen, versuche aufzuzwingen, das sei «ein Schnellschuss, der sicher nicht durchgedacht ist», sagte er zu Sky.

Für Hamilton wars wie ein Sieg

Red Bull ist aber nicht nur am Wettern, Sieger Verstappen zollte nach einem «nervenaufreibenden» Fight gegen Sainz dem Ferrari-Piloten Respekt: «Das war intensiv gegen Carlos. Ich war wirklich am Limit, um ihn hinter mir zu halten. Aber er kam letztlich nie nahe genug, um einen verheissungsvollen Angriff zu starten. Ich habe sehr sorgfältig darauf geachtet, wie ich mein Auto platziere. Ein solches Rennen ist befriedigender als ein Sieg, der durch Reifen-Management, aber ohne Druck zustande kommt.»

Auch Hamilton zeigte sich mit seinem dritten Platz zufrieden. «Nach dem ganzen Kampf mit dem Auto ist der dritte Platz überwältigend, das hätte ich nicht erwartet. Wir bleiben fokussiert und geben nie auf. Die anderen sind im Moment ein bisschen zu schnell für uns. Aber wir kommen näher ran, wir müssen einfach weiter pushen.» Und zu seinem Boliden, der ein ganz anderer war als noch im Training, meinte er: «Wir haben die Abstimmung umgekrempelt, und ich bin wirklich sehr happy, wie es im Rennen gelaufen ist. Ich bin überwältigt, ich fühle mich fast wie neugeboren. Dieser dritte Platz hat für mich den Stellenwert eines Sieges.»

Alfa-Sauber-Piloten sind zufrieden

Zu feiern hatte auch Alfa-Sauber. Sowohl Valtteri Bottas (Siebter) wie auch Guanyu Zhou (Achter) fuhren in Montreal in die Punkte. Der Finne hat in dieser Saison bereits 46 WM-Punkte für den Rennstall aus Hinwil eingefahren, für Zhou sind es dank der vier Punkte nun insgesamt immerhin fünf Zähler. Der achte Platz in Montreal ist das bisher beste Resultat des Chinesen. «Punkte für uns beide, das war ein guter Tag. Ich bin happy für Zhou», sagte Bottas. Und der Chinese fügte an: «Dass beide in die Punkte fahren, haben wir verdient, endlich mal wieder nach Bahrain. Die Frustration ist nun weg.» 

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