Aktualisiert 31.05.2012 06:23

LitteringRedbull-Dosen töten trächtige Kühe

Sechs gesunde Milchkühe musste Bauer Ernst Schnyder schlachten lassen – wegen rücksichtsloser Abfallsünder. Die Kühe hatten deren Müll gefressen.

von
Alessandro Meocci
Landwirt Ernst Schnyder ist machtlos gegenüber gedankenlosen Müllsündern.

Landwirt Ernst Schnyder ist machtlos gegenüber gedankenlosen Müllsündern.

«Jeden Abend gehe ich mit einem unguten Gefühl in den Stall», sagt der Grenchner Bauer Ernst Schnyder (55). Er wisse nie, wann es die nächste Kuh erwische. In nur einem Jahr sind dem Landwirt bereits sechs Milchkühe verendet, die letzte am vergangenen Freitag. Und das nur, weil sie Müll gefressen hatten.

«Besonders häufig finde ich Energydrinks wie Redbull oder Trojka», sagt der Ex-FDP-Parteipräsident. Die Aludosen gelangten ins Mähwerk, von da in die Presse und am Ende als messerscharfe Splitter in den Futtermischwagen. «Das führt zu schmerzhaften Verletzungen im Magen und kann tödliche ­Infektionen hervorrufen», so Schnyder gegenüber der «Solothurner Zeitung».

Anzeichen auf Infektionen

Fünf der sechs verendeten Kühe waren zudem trächtig, was den Verlust besonders schlimm macht. «Neben dem finanziellen ist es vor allem ein emotionaler Verlust.» Schliesslich kenne er all seine Kühe mit Namen, so Schnyder.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat er Tierärzte eingeschaltet und liess die Fütterung prüfen. Die Resultate bestätigten den Verdacht: Im Kuhleib wurden Fremdkörper und Anzeichen auf Infektionen fest­gestellt.

«Littering ist für Bauern ein permanentes Problem», bestätigt auch Hans Rüssli vom Schweizerischen Bauernverband. Mit dem Grenchner Fall habe das Problem jetzt eine Spitze erreicht.

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