Deutsche Lösung: Reederei NOL nicht mehr an Hapag-Lloyd interessiert
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Deutsche LösungReederei NOL nicht mehr an Hapag-Lloyd interessiert

Beim geplanten Verkauf der Containerreederei Hapag-Lloyd steht einer deutschen Lösung nichts mehr im Wege. Die Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur zog sich nach eigenen Angaben aus dem Bieterverfahren für die Tochter des TUI-Konzerns zurück.

Das teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Damit ist in dem Verfahren nur noch das deutsche Bieterkonsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne übrig.

NOL-Chef Ron Widdows erklärte in der Mitteilung, das Angebot, Hapag-Llloyd zu kaufen, sei abgelaufen. NOL hatte es am 26. September übermittelt. Das Angebot habe dem Wert der Hapag-Lloyd voll entsprochen und die schwierigen Marktbedingungen berücksichtigt, die vor der Branche lägen, sagte Widdows. Der Wert des Angebotes wurde nie öffentlich.

Die Hamburgische Seefahrtsbeteiligung «Albert Ballin», an der neben Kühne die Privatbank M.M. Warburg, die Hanse Merkur, die Signal Iduna, die HSH Nordbank und die Stadt Hamburg beteiligt sind, wollte mit ihrem Angebot einen Verkauf der deutschen Traditionsreederei nach Asien verhindern. Die TUI äusserte sich am Freitag nicht zu den Vorgängen.

Laut Bericht Entscheidung am Wochenende

Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Samstagausgabe) will der TUI-Aufsichtsrat am Sonntag in einer Sondersitzung über den Verkauf beraten. Es gelte als sicher, dass das Gremium den Verkauf an die Hamburger Investorengruppe beschliessen werde, hiess es in der Vorabmeldung des Blattes, in der keine Quellen genannt wurden. TUI will seine Containersparte auf Drängen seines Grossaktionärs John Fredriksen verkaufen. Dann will sich der Konzern auf seine Reisesparte konzentrieren.

Der Unternehmer Kühne hält die Mehrheit am internationalen Speditions- und Logistikkonzern Kühne & Nagel, der in Feusisberg im Schweizer Kanton Schwyz beheimatet ist. Im vergangenen Jahr machte der Konzern einen Umsatz von knapp 21 Milliarden Franken (13,6 Milliarden Euro). (dapd)

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