Referendum gegen Villenprojekt in Zürich
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Referendum gegen Villenprojekt in Zürich

Zum Neubau einer Villa auf dem Areal der Winkelwiese 10 in der Zürcher Altstadt dürfte das Volk das letzte Wort haben. Das Referendumskomitee hat heute über 3700 Unterschriften im Stadthaus abgegeben.

Die Gegner des Projektes bemängeln in einer Mitteilung, dass die von einer Privatperson geplante «riesige Villa nicht in die gewachsene Struktur der Altstadt passt».

Zudem würden die ursprünglichen Vorgaben der Baurechtsausschreibung missachtet. Anstatt der dort definierten maximalen 880 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfasse das Projekt zirka 1400 Quadratmeter über fünf Stockwerke.

Der Zürcher Gemeinderat hatte Ende Februar zu dem Projekt knapp mit 63:58 Stimmen Ja gesagt. Somit sollte das der Stadt gehörende, 2792 Quadratmeter grosse Grundstück mit der 1932 erstellten Villa Winkelwiese 10 für 62 Jahre im Baurecht abgegeben werden.

Der Baurechtsnehmer, ein milliardenschwerer Erbe des deutschen Pharmakonzerns Merck, beabsichtigt, einen Villen-Neubau zu erstellen. Er plant, dass etwa 10 Personen in dem Haus wohnen sollen. Die Wohnfläche beträgt rund 620 Quadratmer.

Der Baurechtsnehmer entrichtet der Stadt einen jährlichen Baurechtszins von anfänglich 210 000 Franken sowie eine einmalige Entschädigung für die Gebäude von 4,5 Millionen Franken.

Im Einvernehmen mit der Denkmalpflege sollen ferner das Gartenhaus um ein Geschoss aufgestockt und die Gartenanlage in Stand gestellt werden. Von 1959 bis 1995 wohnte in der Villa Emil Landolt, Zürcher Stadtpräsident von 1949 bis 1966.

Die Befürworter des Projekts betonten im Gemeinderat die Signalwirkung für den Wohnsitzstandort Zürich.

(sda)

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