Aktualisiert 19.08.2009 12:54

GenfReferendum gegen Zusatzkredit für Stadtbahn

Die Genferinnen und Genfer dürfen voraussichtlich über den Zusatzkredit für die Genfer Innenstadtbahn CEVA befinden. Ein Komitee hat am Montag mit über 12 000 Unterschriften das Referendum gegen den Kredit eingereicht. Nötig sind 7000.

Wie Volfang Peter, Präsident der CEVA-Gegner, auf Anfrage erklärte, wolle man endlich in der Öffentlichkeit darüber debattieren können, wo die Verbindungsbahn zwischen dem französischen und schweizerischen Schienennetz genau verlaufen solle.

Angst vor Bau- und Betriebslärm

Das vorgesehene Trassee führt von Annemasse zum Bahnhof Eaux- Vives und von dort über das Stadion La Praille zum Genfer Hauptbahnhof Cointrin. Dabei quert die Bahn unter anderem das Quartier Champel, wo viele der Bahngegner wohnen, die Bau- und Betriebsemissionen befürchten.

Der Verein schlägt ein Alternativ-Trassee vor, das billiger sein und unter dem Gesichtspunkt der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr mehr bringen soll. Da das Bundesgericht letzten April eine entsprechende Initiative als unzulässig erklärt hatte, versuchen die CEVA-Gegner das Projekt nun mit einem Referendum gegen einen Zusatzkredit zu Fall zu bringen.

Isolierte CEVA-Gegner

Der Verein steht dabei politisch ziemlich allein da. Nur die Protestbewegung Mouvement des Citoyens Genevois (MCG) unterstützte die Unterschriftensammlung gegen die 113 Millionen Franken. Alle anderen Parteien stimmten dem Kredit zu, so wie sie auch schon im Jahr 2002 den Genfer Kantonsanteil von 400 Millionen Franken bewillligt hatten. Damals hatte niemand das Referendum ergriffen.

Die Kosten für die 14,2 Kilometer lange Verbindung waren im Jahr 2002 auf 940 Millionen Franken geschätzt worden. In der Zwischenzeit rechnet die Bauherrschaft wegen höheren Anforderungen an die Sicherheit, zusätzlichen Baumassnahmen gegen Erschütterungen der Anrainer-Liegenschaften sowie der aufgelaufenen Bauteuerung mit einer Schlussrechnung von 1,5 Milliarden Franken. (sda)

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