Noteinsatz: Rega-Jet fliegt trotz Sperre
Aktualisiert

NoteinsatzRega-Jet fliegt trotz Sperre

Ein Ambulanzjet der Rega hat am Montag schwer verletzte Kinder vom norwegischen Bergen in eine Spezialklinik nach Boston in den USA geflogen.

Bei der Explosion einer Camping-Gasflasche haben Kinder im norwegischen Bergen schwerste Verbrennungen erlitten. Die Rega verfügt derzeit über das einzige einsatzbereite Ambulanzflugzeug in Europa mit einer Grösse und Ausrüstung, um die kleinen Patienten im Alter von vier und sechs Jahren während des Flugs medizinisch zu betreuen.

In Norwegen hätten Spitäler zurzeit Kapazitätsengpässe für solche dringenden Notfälle mit Verbrennungen von 90 Prozent der Haut, sagte Rega-Sprecher Christian Trottmann auf Anfrage.

Ambulanzjet in Brindisi parkiert

Der Jet flog zuerst von Brindisi in Italien, wo er parkiert war, nach Bergen in Norwegen, wie die Rega mitteilte. Von dort wurden die Kinder nach Boston geflogen. Wegen der Aschewolke hatte die Rega am Samstag zwei ihrer drei Ambulanzjets nach Brindisi verlegt. Von Zürich aus wäre der Einsatz in Norwegen nicht möglich gewesen.

Auf dem Flug nach Norwegen musste das Flugzeug die riesige Aschewolke über Europa um- und überfliegen. Nach Angaben von Rega- Sprecher Christian Trottmann flog das Flugzeug einen Umweg via Brenner (Italien/Österreich) - Rügen (Ostfriesland) - Malmö (Schweden) - Oslo (Norwegen) auf einer Höhe zwischen 38 000 und 40 000 Fuss (11,4 bis 12 Kilometer).

Gemäss Trottmann machte die Rega in Bergen nur einen kurzen Stopp, um die schwer verletzten Kinder aufzunehmen und flog sofort in Richtung USA weiter. Der Grund: Der Wetterbericht sagte für kurze Zeit später die Ankunft einer neuen Wolke aus Vulkanasche in Norwegen voraus. Gemäss Trottmann sollte das Flugzeug am Montagabend (Schweizer Zeit) in Boston landen. (sda)

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