Aktualisiert 08.07.2014 13:26

Gestohlene Schumi-Akte

Rega reicht Strafanzeige gegen unbekannt ein

Im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Krankenakte von Michael Schumacher geriet die Rega ins Visier der Ermittler. Jetzt will sie Klarheit schaffen und reicht Anzeige gegen unbekannt ein.

von
bee
Die Rega war nach der Veröffentlichung eines Zeitungsberichtes ins Zentrum der Spekulationen geraten.

Die Rega war nach der Veröffentlichung eines Zeitungsberichtes ins Zentrum der Spekulationen geraten.

Am Montag machte die französische Zeitung «Dauphiné Libéré» bekannt, dass die Ermittler im Fall der gestohlenen Krankenakte von Michael Schumacher ein «grosses Schweizer Helikopter-Unternehmen» ins Visier genommen hätten. Ein konkreter Firmenname wurde nicht genannt, nur dass sich die IP-Adresse des Computers, von dem aus die Akten für 60'000 Franken zum Verkauf angeboten wurden, in Zürich befindet.

Dennoch fiel schnell auch der Name der Rega, die im Besitz des medizinischen Berichts des verunfallten ehemaligen Formel-1-Rennfahrers war. Die Rega dementierte umgehend Gerüchte über den geäusserten Verdacht, wonach sie in irgendeiner Form etwas mit dem Diebstahl zu tun habe. Dass den Medien anscheinend medizinische Daten zum Kauf angeboten wurden, habe sie auch erst aus den Medien erfahren.

Kein Hinweis auf fehlbares Verhalten

Nun reicht die Rega eine Strafanzeige gegen unbekannt bei der Zürcher Staatsanwaltschaft ein, um «umfassende Klarheit in dieser Angelegenheit» zu schaffen. Bereits am Montag hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es für die Verlegung des Patienten von Grenoble nach Lausanne medizinische Abklärungen getroffen und den Transport per Ambulanz organisiert habe. Im Rahmen dieser Abklärungen hatte das Spital in Grenoble der Rega den medizinischen Bericht zur Verfügung gestellt.

Wie die Rega weiter schreibt, liege kein Hinweis auf ein fehlbares Verhalten von Mitarbeitenden vor. Sie geht davon aus, dass keine Patientenrechte verletzt und das Arztgeheimnis gewahrt wurde. Auch habe die Rega keine Kenntnis von laufenden Ermittlungen oder Verfahren von Seiten der Behörden.

Zürcher Staatsanwaltschaft noch nicht involviert

Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft wusste man bis Dienstagnachmittag nichts über den «Fall Schumacher». Ein Rechtshilfegesuch aus Frankreich sei nicht eingetroffen, hiess es auf Anfrage.

Der medizinische Bericht enthält Angaben zur Behandlung des ehemaligen Autorennfahrers in der Uniklinik Grenoble. Bestimmt war er für das Unispital CHUV in Lausanne, in das Schumacher im Juni zur Reha verlegt wurde.

Dieser Bericht wurde Journalisten zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde von einem Computer eines Helikopter-Unternehmens aus gemacht. Als IP-Adresse ermittelte die Staatsanwaltschaft Grenoble ein Helikopter-Unternehmen in der Schweiz.

(bee/sda)

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