Schulhotel Regina : «Dieser Betrieb lebt noch im letzten Jahrhundert»

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Schulhotel Regina «Dieser Betrieb lebt noch im letzten Jahrhundert»

Weil sie «Herrenbesuch» im Zimmer hatte, erhielt eine Internatsschülerin einen schriftlichen Verweis mit Kopie an ihren Ausbildungsbetrieb. Die Community hat geteilte Ansichten dazu.

von
Gabriela Graber
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Strenge Regeln zu BHs und «Herren- und Damenbesuch»: Das Schulhotel Regina in Matten bei Interlaken BE.

Strenge Regeln zu BHs und «Herren- und Damenbesuch»: Das Schulhotel Regina in Matten bei Interlaken BE.

BOM/Bruno Petroni
Das Schulhotel Regina sorgte kürzlich für Aufsehen, weil zwei Schülerinnen sich über die dort herrschende BH-Pflicht ärgerten. Nun meldete sich eine ehemalige Schülerin bei 20 Minuten, die sich an den starren Regeln des Schulhotels stört. 

Das Schulhotel Regina sorgte kürzlich für Aufsehen, weil zwei Schülerinnen sich über die dort herrschende BH-Pflicht ärgerten. Nun meldete sich eine ehemalige Schülerin bei 20 Minuten, die sich an den starren Regeln des Schulhotels stört. 

BOM/Bruno Petroni
Schülerinnen und Schüler dürfen nämlich Zimmer des anderen Geschlechts nicht betreten. Das führte während der Corona-Pandemie zu einer unangenehmen Situation. Weil sie mit einem Klassenkameraden im Zimmer gelernt hatte, erhielt sie im November 2020 einen Verweis.

Schülerinnen und Schüler dürfen nämlich Zimmer des anderen Geschlechts nicht betreten. Das führte während der Corona-Pandemie zu einer unangenehmen Situation. Weil sie mit einem Klassenkameraden im Zimmer gelernt hatte, erhielt sie im November 2020 einen Verweis.

BOM/Bruno Petroni

Darum gehts 

  • Wegen «Herrenbesuchs» auf dem Zimmer erhielt eine ehemalige Internatsschülerin des Schulhotels Regina schriftliche Verweise.

  • Kopien davon gingen an ihren Lehrbetrieb. Die Schülerin fühlt sich belauscht und mit dem Vorgehen blossgestellt. 

  • Leserinnen und Leser haben unterschiedliche Meinungen dazu. 

  • Viele Mitglieder der Community finden die Reaktion des Schulhotels übertrieben, doch zahlreiche erachten sie sowie die Regeln des Internats auch als gerechtfertigt.

Erst BHs, jetzt Männerbesuche: Schon Ende Dezember sorgte das Schulhotel Regina in Matten bei Interlaken für Diskussionen, da sich zwei Schülerinnen über die dort herrschende BH-Pflicht ärgerten. Nun meldete sich eine ehemalige Schülerin bei 20 Minuten, die zwei Verweise wegen «Herrenbesuchen» auf dem Zimmer erhalten habe. Kopien davon seien an ihren Lehrbetrieb geschickt worden. Die Schülerin ärgert sich und findet diese Regel nicht mehr zeitgemäss. Zahlreiche Leserinnen und Leser teilen ihre Ansicht:

«Immer noch die gleichen Regeln wie vor 22 Jahren!»

«Dieser Betrieb lebt noch im letzten Jahrhundert» und «Ziemlich angestaubt, Internat halt», kommentieren User Abs80322 und Aare-Blick. «Immer noch die gleichen Regeln wie vor 22 Jahren!», behauptet Userin Stella. Auch Leser Yves_79 findet die Reaktion der Schule unverhältnismässig: «Mein Gott, die beiden haben zusammen gelernt. Solle die Schule doch froh sein, engagierte Schülerinnen und Schüler zu haben.» Und Nutzer elocb schreibt: «‹Herrenbesuch›. Der Ausdruck allein zeigt schon, wie veraltet die Regeln in diesem Schulhotel sein müssen.»

Doch es gibt auch Mitglieder der Community, die anderer Meinung sind. So auch Anony_Mia: «Was an den Internatsregeln versteht die junge Lady nicht?» – «Regeln sind Regeln – und diese gelten für alle. Wenn mal eine Schülerin schwanger würde, wäre das Geschrei der Eltern riesig, dass die Schule ihre Aufsichtspflicht verletzt habe», schreibt User Ronlost.

«Ihr seid das Aushängeschild von Hotels und Restaurants»

Mehrere Leserinnen und Leser berichten von ihren eigenen Erfahrungen im Schulhotel: «Regeln waren normal! Heute bin ich bei einem Arbeitgeber, der mir auch vorschreibt, was ich anziehen soll. Denkt dran, ihr seid das Aushängeschild von Hotels und Restaurants», so Mami.6.

Und Dakine Lady findet: «Ich bin überzeugt, dass das Schulhotel Verweise nicht wegen Bagatellen ausstellt. Es gelten dort gewisse Regeln, aber gleichzeitig haben sie grosses Verständnis.» Heute würden sich viele zu schnell persönlich angegriffen fühlen und gleich zu den Medien rennen. «Sich selber den Fehler einzugestehen, gehört auch zum Leben.» 

Waren in deinem Lehrbetrieb Zimmerbesuche des anderen Geschlechts erlaubt? 

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