«Überschwemmungsmücken» - Regenmonat Juli sorgt für Mückenplage – Bekämpfung aus der Luft
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«Überschwemmungsmücken»Regenmonat Juli sorgt für Mückenplage – Bekämpfung aus der Luft

Die anhaltenden Regenfälle haben viele Gebiete in der Schweiz überflutet. Dort gedeihen die Mücken prächtig. Um sie zu stoppen, werden Helikopter eingesetzt.

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Die Wiesenmücken gelten als lästige Blutsauger.

Die Wiesenmücken gelten als lästige Blutsauger.

DPA
Sind Gebiete wie hier im Aargau und Luzern überschwemmt, entwickeln sich die Mücken prächtig.

Sind Gebiete wie hier im Aargau und Luzern überschwemmt, entwickeln sich die Mücken prächtig.

20min/Stefan Lanz
Zur Bekämpfung der Mücken werden Helikopter eingesetzt.

Zur Bekämpfung der Mücken werden Helikopter eingesetzt.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Das nasse Wetter begünstigt die Stechmücken in ihrer Entwicklung.

  • Um Plagen zu vermeiden fliegen Helikopter über Feuchtgebieten Einsätze und verstreuen ein Bio-Pestizid.

  • Damit sollen die Bevölkerung und speziell auch Camperinnen und Camper geschützt werden.

«Die Flächen, die unter Wasser standen, das war extrem.», sagt Peter Lüthy, emeritierter Professor der ETH für Mikrobiologie, gegenüber der «SonntagsZeitung», mit Blick auf die Regenfälle der letzten Wochen. Lüthy beobachtet seit etlichen Jahren die Mückenpopulationen in der Schweiz und weiss, wie günstig derzeit das Wetter für die kleinen Plagegeister ist.

Denn die Rheinschnake oder Wiesenmücke genannte Art Aedes vexans, eine der in unseren Breiten am häufigsten vorkommenden Stechmücken, zählt zu den Überschwemmungsmücken und legt ihre Eier vorzugsweise im Boden neben Feuchtgebieten ab. Sobald diese von Wasser überspült werden, schlüpfen die Jungen und schwärmen aus. Und es sind einige, die da kommen: Laut Lüthy können pro m² bis zu 10’000 Eier im Boden sein,

Bio-Pestizid aus dem Helikopter

Um der nun drohenden Plage Herr zu werden, setzen die Mückenbekämpfer auf Helikopter, denn die betroffenen Gebiete sind viel zu gross, um sie vom Boden aus kontrollieren zu können. Aus unter dem Heli angebrachten Kübeln wird ein mit Maisschrot vermengtes Bio-Pestizid namens Vectobac-G verstreut, das in Feuchtgebieten das massenhafte Schlüpfen der summenden Plagegeister verhindern soll: Nehmen die Larven das Präparat über die Nahrung auf, sterben sie innert weniger Stunden ab.

In den letzten Tagen wurden deshalb laut dem Bericht in der Magadino-Ebene im Tessin, im Gebiet der Rhonemündung in der Waadt und am Greyerzersee solche Einsätze geflogen. Dabei wurden jeweils zwischen 180 Kilo und gut zwei Tonnen des Mittels ausgebracht. «Es steht uns jeweils ein Zeitfenster von zwei bis drei Tagen zur Verfügung», erklärt Lüthy. Seien die Mücken erstmal geschlüpft, könne man kaum noch etwas tun. Allerdings gehe es nicht um die Ausrottung der Tierchen – die die Nahrung für andere Tiere darstellen – sondern darum, Spitzen zu vermeiden.

Denn derzeit sind die Campingplätze voll und auch einzelne Dörfer würden stark heimgesucht, wenn nichts getan würde. Lüthy: «Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die Leute nach Möglichkeit vor Stechmücken zu schützen.» Wäre nichts geschehen, wäre es «katastrophal» geworden, so der Forscher.

Gute Nachrichten vermeldet er hingegen bezüglich der im Herbst auftretenden Hausschnaken: Der Starkregen habe vermutlich viele Larven weggeschwemmt. Lüthy: «Das gilt wahrscheinlich auch für die berüchtigte Asiatische Tigermücke.»

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(trx)

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