«Ich zerreisse deine Kinder»: Regensdorfer Chauffeur wegen Drohung verurteilt
Aktualisiert

«Ich zerreisse deine Kinder»Regensdorfer Chauffeur wegen Drohung verurteilt

Kosovarische Familienfehde: Ein Chauffeur aus Regensdorf hat damit gedroht, die Kinder eines verfeindeten Ehepaars in Stücke zu reissen. Jetzt muss er zahlen.

von
Attila Szenogrady
Das Zürcher Obergericht verpflichtete den Chauffeur dazu, der geschädigten Frau ein Schmerzensgeld von 1000 Franken zu bezahlen.

Das Zürcher Obergericht verpflichtete den Chauffeur dazu, der geschädigten Frau ein Schmerzensgeld von 1000 Franken zu bezahlen.

Eine kosovarische Familienfehde aus Regensdorf beschäftigt schon seit mehreren Jahren die Justizbehörden. Zwei benachbarte Clans bekämpfen sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes bis aufs Blut. Auslöser dafür war ein Gerücht, wonach eine Ehefrau ihren Mann mit einem Angehörigen der anderen Familie betrogen habe.

Rache an Kindern angedroht

Sicher ist, dass die Angehörigen des mutmasslich gehörnten Ehemannes ihre Gegner erheblich bedrohten. So am 4. Januar 2010, als ein Bruder des Betrogenen am Wohnort des bezichtigten Ehebrechers auftauchte und an der Tür von ihm und dessen Frau verlangte, ihre Wohnung aufzugeben. Ansonsten würden sie, ihre Kinder und ihr Mann getötet werden, stellte der Chauffeur in Aussicht und führte laut Anklage gegenüber der schockierten Mutter aus: «Ich zerreisse deine Kinder an den Ohren und an den Beinen.» Worauf die bedrohten Eheleute die Polizei einschalteten.

Allerdings konnten die Ordnungshüter die Fehde nicht mehr unterbinden. Bereits einen Monat später folgte der nächste Vorfall. Dabei soll der Bruder seinen Gegner vor einem Parkplatz in Regensdorf beinahe mit seinem Auto angefahren haben. Dabei konnte sich der Geschädigte nur mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Aus Notwehr in den Hals geschossen

Am 12. April 2010 kam es im Treppenhaus am Wohnort des bedrohten Vaters zum schlimmsten Vorfall. Dabei ging der betrogene Kosovo-Albaner im Treppenhaus mit einem Rad-Schlüssel auf seinen Kontrahenten los. Worauf dieser eine Pistole zückte und damit dem Angreifer in den Hals schoss.

Der erheblich verletzte Besucher floh und kam mit dem Leben davon. Allerdings unterlag er später vor dem Gesetz, da sowohl das Bezirksgericht Dielsdorf als auch das Obergericht den bedrängten Pistolenschützen wegen gerechtfertigter Notwehr freisprachen.

Doch noch ein Schuldspruch

Nun ist es zu einem weiteren, aktuellen Urteil gekommen. Dabei wurde der Bruder des angeschossenen Mannes vom Zürcher Obergericht wegen Drohung zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Die Oberrichter sahen es als erwiesen an, dass der inzwischen eingebürgerte Schweizer Staatsangehörige die Mutter in Angst und Schrecken versetzt hatte. Vor allem mit der Androhung, ihre Kinder in Stücke zu reissen.

Infolge des Schuldspruchs wurde der Chauffeur verpflichtet, der geschädigten Frau ein Schmerzensgeld von 1000 Franken zu bezahlen. Zudem soll er ihr eine Prozessentschädigung von 6000 Franken entrichten. In Bezug auf die weiteren Anklagepunkte mit der Drohung sowie Nötigung zu Lasten des Ehemannes wurde der Regensdorfer allerdings mangels Beweisen freigesprochen. Aus diesem Grund muss er nur ein Drittel der bisher aufgelaufenen Gerichtskosten tragen.

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