Förderer von Bob Marley - Reggae-Pionier Lee Scratch Perry stirbt mit 85 in seiner Heimat Jamaika
Publiziert

Förderer von Bob MarleyReggae-Pionier Lee Scratch Perry stirbt mit 85 in seiner Heimat Jamaika

Er beeinflusste Musikstile und Generationen und arbeitete mit etlichen Weltstars zusammen. Jahrelang lebte Perry in Einsiedeln und war dort als Paradiesvogel beliebt und bekannt.

von
Philippe Coradi
1 / 3
Der Musiker Lee "Scratch" Perry ist im Alter von 85 Jahren gestorben. 

Der Musiker Lee "Scratch" Perry ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

AFP
Perry kam im März 1936 als Rainford Hugh Perry im Nordwesten Jamaikas zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.

Perry kam im März 1936 als Rainford Hugh Perry im Nordwesten Jamaikas zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.

Redferns
Perry lebte zeitweise am Zürichsee, zuletzt in Einsiedeln SZ.

Perry lebte zeitweise am Zürichsee, zuletzt in Einsiedeln SZ.

Photo by Karl Walter/Getty Images for Coachella

Darum gehts

  • Der weltbekannte Musiker Lee Scratch Perry ist im Alter von 85 Jahren in seiner Heimat gestorben.

  • Er galt als Pionier des Reggae und Dub und war Förderer und Wegbegleiter von Bob Marley.

  • Perry lebte jahrelang in der Schweiz, zuerst am Zürichsee und später in Einsiedeln.

Der berühmte jamaikanische Musiker Lee «Scratch» Perry ist tot. Er starb am Sonntagmorgen (Ortszeit) mit 85 Jahren im Noel Holmes Spital, wie Jamaikas Premierminister Andrew Holness mitteilte. «Zweifellos hat Jamaika heute den Rhythmus und die Seele einer produktiven Musikikone verloren, die viele inspiriert hat. Lee «Scratch» Perry war wahrhaftig eine der wichtigsten und kreativsten Figuren, die Jamaika hervorgebracht hat», sagte Holness demnach. Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben.

Perry kam im März 1936 als Rainford Hugh Perry im Nordwesten Jamaikas zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Er verliess die Schule mit 15. «Mein Vater arbeitete auf der Strasse, meine Mutter auf dem Feld. Wir waren sehr arm», sagte er 1984 dem britischen Rockmagazin New Musical Express (NME). «Ich habe in der Schule nichts gelernt. Ich habe alles auf der Strasse gelernt.»

Arbeitete mit Weltstars zusammen

Als Produzent und Sänger in den 1960er und 70er Jahren gehörte Perry zu den Pionieren der Reggae-Musik sowie des daraus entstandenen Genres Dub. Seine Produktionstechniken beeinflussten in den darauffolgenden Jahrzehnten auch viele Musiker anderer Richtungen. Er arbeitete mit der Reggae-Legende Bob Marley sowie anderen bekannten jamaikanischen Musikern zusammen, aber auch mit Künstlern aus anderen Ländern wie Paul McCartney, The Clash und den Beastie Boys. Für seine Platte «Jamaican E.T.» erhielt er 2003 den Grammy für das beste Reggae-Album.

Der exzentrische Perry war erst vor kurzem nach Jahren in Europa nach Jamaika zurückgekehrt. Im Januar schrieb er auf Instagram, in der Schweiz – wo er zuletzt gelebt hatte – sei es zu kalt und die «Energie» sei schlecht. Er beschwerte sich über die Anti-Corona-Massnahmen dort. Er brauche Jamaikas Sonnenschein, schrieb Perry.

Perry heiratete 1989 in der Schweiz Mireille Campbell. Das Paar hatte zwei Kinder. Perry lebte zeitweise am Zürichsee, zuletzt in Einsiedeln SZ. Im Dorf war er als «verrückter Paradiesvogel» bekannt, der seine ausgefallene Kleidung gerne mit CDs schmückte.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

0 Kommentare