Todesschuss bei Dreharbeiten – «Cold gun» – Regieassistent gab Baldwin die tödliche Waffe
Aktualisiert

Todesschuss bei Dreharbeiten«Cold gun» – Regieassistent gab Baldwin die tödliche Waffe

Ein halbes Dutzend Crewmitglieder hat vor dem verhängnisvollen Ereignis gegen die Arbeitsbedingungen protestiert und das Filmset von «Rust» verlassen. Es soll zuvor schon Zwischenfälle mit der Waffe gegeben haben.

Darum gehts

  • Schauspieler Alec Baldwin (63) hat während Dreharbeiten mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen.

  • Eine Kamerafrau wurde tödlich verletzt, der Regisseur wurde im Spital behandelt.

  • Es soll schon bereits vor diesem tragischen Ereignis einen Zwischenfall mit einer Waffe gegeben haben.

Hollywood-Star Alec Baldwin hat bei einem Filmdreh versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Der Schauspieler feuerte am Donnerstag bei Dreharbeiten für den Western «Rust» im US-Bundesstaat New Mexico eine Requisitenwaffe ab, wie die Polizei der Stadt Sante Fe mitteilte. Er tötete dabei die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins und verletzte Regisseur Joel Souza. Baldwin zeigte sich schockiert über den Vorfall.

«Keine Worte können meinen Schock und meine Trauer angesichts des tragischen Unfalls zum Ausdruck bringen, der das Leben von Halyna Hutchins genommen hat», erklärte der 63-jährige US-Schauspieler am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. «Es bricht mir das Herz für ihren Mann, ihren Sohn, und alle, die Halyna gekannt und geliebt haben.» Baldwin sicherte zudem den Ermittlungsbehörden seine umfassende Kooperation zu.

«Cold gun»

Baldwin wurde bereits von der Polizei befragt. «Er hat Erklärungen abgegeben und die Fragen (der Ermittler) beantwortet», sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. «Er kam freiwillig und verliess das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte. Es wurde keine Anklage erhoben und es gab keine Festnahmen.»

Alec Baldwin hat die Waffe vom Regieassistenten in die Hand gedrückt bekommen. Dieser soll zum Schauspieler gesagt haben, die Waffe sei «cold» («kalt»), was so viel heisst, dass die Waffe nicht geladen sei, wie «The New York Times» schreibt. Der Assistent habe nicht gewusst, dass die Waffe geladen war, wie es in der eidesstattlichen Erklärung heisst.

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Es wurde keine Anklage gegen ihn erhoben: Schauspieler Alec Baldwin. (Archivbild)

Es wurde keine Anklage gegen ihn erhoben: Schauspieler Alec Baldwin. (Archivbild)

REUTERS/Carlos Allegri
Alec Baldwin ist als Co-Produzent und Hauptdarsteller am neuen Western beteiligt. (Archivbild)

Alec Baldwin ist als Co-Produzent und Hauptdarsteller am neuen Western beteiligt. (Archivbild)

Getty
Er hat am Filmset von «Rust» eine tödliche Tragödie erlebt.

Er hat am Filmset von «Rust» eine tödliche Tragödie erlebt.

AFP

Kameraleute beklagten sich

Stunden vor dem tragischen Ereignis soll ein halbes Dutzend Crewmitglieder das Filmset verlassen haben, um gegen die Arbeitsbedingungen des Low-Budget-Films zu protestieren, wie die «Los Angeles Times» berichtet. Die Kameraleute und ihre Assistenten und Assistentinnen beklagten sich über die langen Arbeitszeiten, die langen Pendelfahrten und die Bezahlung.

Die Sicherheitsprotokolle, einschliesslich der Waffeninspektion, wurden auf dem «Rust»-Set in der Nähe von Santa Fee nicht streng befolgt, wie die gleiche Quelle der Zeitung sagte. Mindestens einer der Kameraleute habe sich zuvor schon über die Waffensicherheit beschwert. Bereits letzte Woche soll es zu einem Zwischenfall gekommen sein, als Baldwins Stunt-Double gesagt wurde, die Waffe sei «kalt», dennoch kam es zu einer versehentlichen Entladung, wie die «Los Angeles Times» einen Zeugen zitiert. «Es hätte eine Untersuchung geben sollen», doch die gab es nicht. Weiter berichtete ein Insider gegenüber der «Los Angeles Time», dass es insgesamt dreimal zu einer Fehlzündung gekommen sei.

«Die Sicherheit unserer Crew hat für uns oberste Priorität», schrieb die Produktionsfirma von «Rust» nach dem Zwischenfall in einer Erklärung. Dennoch kam es später zu der verhängnisvollen Schussabgabe mit Todesfolge.

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(AFP/chk)

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