Luzerner Verkehrsprojekt - Regierung beerdigt die Spange Nord
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Luzerner VerkehrsprojektRegierung beerdigt die Spange Nord

Der Luzerner Regierungsrat verfolgt das Projekt Spange Nord nicht weiter. Mögliche Folgeprojekte sollen zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden.

von
Gianni Walther
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Die Spange Nord wird nicht weiterverfolgt:  Das Projekt sollte als neue Hauptverkehrsachse in der Stadt Luzern vom Gebiet Schlossberg zur Fluhmühle führen. Die Spange Nord sollte den Verkehr über den neuen Autobahnanschluss Lochhof auf die Stadtautobahn leiten und so die Innenstadt vom Verkehr entlasten.

Die Spange Nord wird nicht weiterverfolgt: Das Projekt sollte als neue Hauptverkehrsachse in der Stadt Luzern vom Gebiet Schlossberg zur Fluhmühle führen. Die Spange Nord sollte den Verkehr über den neuen Autobahnanschluss Lochhof auf die Stadtautobahn leiten und so die Innenstadt vom Verkehr entlasten.

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Die Spange Nord sollte die vom Bund geplante Stadtumfahrung Bypass ergänzen. Der Kanton redimensionierte schon zu einem früheren Zeitpunkt das Vorhaben: Auf die östliche Zufahrtsstrasse vom Maihof her sollte verzichtet und die Autobahn nur noch von der Fluhmühle (Bild) her mit einer Brücke über die Reuss erschlossen werden.

Die Spange Nord sollte die vom Bund geplante Stadtumfahrung Bypass ergänzen. Der Kanton redimensionierte schon zu einem früheren Zeitpunkt das Vorhaben: Auf die östliche Zufahrtsstrasse vom Maihof her sollte verzichtet und die Autobahn nur noch von der Fluhmühle (Bild) her mit einer Brücke über die Reuss erschlossen werden.

Visualisierung: Swiss Interactive AG
Die Grünen und Jungen Grünen zeigen sich erfreut: «Der Verkehr muss auf den heutigen Strassenkapazitäten funktionieren können; ein Ausbau der Strassen liegt nicht drin», sagt Kantonsrätin Judith Schmutz.

Die Grünen und Jungen Grünen zeigen sich erfreut: «Der Verkehr muss auf den heutigen Strassenkapazitäten funktionieren können; ein Ausbau der Strassen liegt nicht drin», sagt Kantonsrätin Judith Schmutz.

Grüne Kanton Luzern

Darum gehts

  • Der Luzerner Regierungsrat verzichtet auf die Weiterführung der Spange Nord.

  • Nun wartet man die Resultate des Projekts «Zukunft Mobilität» ab. Das Projekt soll im zweiten Halbjahr im Entwurf zur öffentlichen Mitwirkung vorgelegt werden.

  • Auf Basis des Projekts sollen allfällige Folgeprojekte geprüft und angegangen werden.

Nun ist klar: Das Verkehrsprojekt Spange Nord wird nicht weiterverfolgt. Das Projekt war im Auftrag des Kantonsrates zu einem früheren Zeitpunkt extern überprüft worden. Die ursprünglich geplante Variante der Spange Nord ging dabei «nicht als empfohlene Variante aus der Überprüfung hervor». Anschliessend wurden verschiedene alternative Varianten geprüft – etwa die Variante «Reussportbrücke» mit dem neuen Autobahnanschluss Luzern-Lochhof. «Das Projekt kann auf Basis der vorliegenden Grundlagen nicht abschliessend in die kantonale Mobilitätspolitik eingeordnet und beurteilt werden», teilte die Regierung am Dienstag mit.

Nun sollen «vorerst keine Folgeprojekte und Massnahmen weiterverfolgt oder geplant werden». Der Kanton will zunächst «die strategischen Stossrichtungen des Projekts ‹Zukunft Mobilität›» abwarten, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese sollen im zweiten Halbjahr im Entwurf für die öffentliche Mitwirkung vorgelegt werden. Danach will man entscheiden, welche Ideen weiterverfolgt werden. «Zu diesem Zeitpunkt wird sich auch zeigen, ob das Projekt Reussportbrücke mit Inbetriebnahme des bestehenden Autobahnanschlusses Luzern-Lochhof als Ergänzungsprojekt zum Bypass Luzern zweckmässig ist oder ob andere Massnahmen zu bevorzugen sind. Ebenfalls wird sich zeigen, welche zusätzlichen Massnahmen für den öffentlichen Verkehr anzugehen sind», heisst es weiter.

Stadtluzerner Bevölkerung lehnte Projekt 2020 ab

Die Grünen und Jungen Grünen zeigen sich in einer Mitteilung erfreut: Das nachfrageorientierte Verkehrskonzept müsse nun durch eine angebotsorientierte Verkehrsstrategie abgelöst werden, teilen diese mit. «Der Verkehr muss auf den heutigen Strassenkapazitäten funktionieren können; ein Ausbau der Strassen liegt nicht drin», sagt Kantonsrätin Judith Schmutz. Auch die Interessengemeinschaft Reussport Nein zeigte sich in einer Mitteilung erfreut über die Einstellung des Projekts.

Gewehrt gegen die Spange Nord hatte sich unter anderem auch der Luzerner Stadtrat. Im vergangenen September hatte sich auch die Stadtluzerner Bevölkerung klar gegen das Projekt ausgesprochen: Die Stimmbevölkerung nahm mit einem Ja-Stimmenanteil von 72,65 Prozent eine SP-Initiative an, die das Vorhaben ablehnte.

Das Projekt sollte ursprünglich als neue Hauptverkehrsachse in der Stadt Luzern vom Gebiet Schlossberg zur Fluhmühle führen. Die Spange Nord sollte den Verkehr über den neuen Autobahnanschluss Lochhof auf die Stadtautobahn leiten und so die Innenstadt vom Verkehr entlasten. Die Spange Nord sollte die vom Bund geplante Stadtumfahrung Bypass ergänzen. Der Kanton redimensionierte schon zu einem früheren Zeitpunkt das Vorhaben: Auf die östliche Zufahrtsstrasse vom Maihof her sollte verzichtet und die Autobahn nur noch von der Fluhmühle her mit einer Brücke über die Reuss erschlossen werden. Für die Spange Nord wurde mit Kosten von etwa 200 Millionen Franken gerechnet.

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