Aktualisiert 21.08.2012 08:36

MaliRegierung der nationalen Einheit gebildet

Fünf Monate nach dem Staatsstreich hat Mali eine neue Regierung. Der Übergangspräsident Dioncounda Traoré hat zahlreiche Minister ausgetauscht.

Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré hat die Regierung aufgeräumt.

Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré hat die Regierung aufgeräumt.

Insgesamt seien 31 Minister an der neuen Regierungsmannschaft beteiligt, berichteten das Staatsfernsehen und örtliche Medien unter Berufung auf ein Dekret des Präsidenten am Montag.

Der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré habe zahlreiche Minister ausgetauscht, darunter der Aussenminister. Regierungschef bleibe Cheick Modibo Diarra. Fünf der Minister sind demnach Vertraute des Putschistenführers Amadou Sanogo.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hatte Mali ursprünglich ein Ultimatum bis zum 31. Juli zur Bildung einer Einheitsregierung gestellt, dieses jedoch verlängert. Angesichts der angespannten Lage und dem politischen Stillstand im Land drohte die ECOWAS, Mali aus dem Staatenbund auszuschliessen.

Der Norden weiterhin instabil

Zudem bereitet die Organisation derzeit eine mögliche Entsendung von rund 3000 Soldaten nach Mali vor, um die seit Monaten schwelende Staatskrise zu überwinden. Dazu muss die malische Regierung jedoch einen formellen Antrag stellen, zudem bedarf es eines UNO-Mandats.

Die Lage ist vor allem im Norden Malis kritisch, der nach einem Militärputsch und dem Sturz der Regierung in Bamako inzwischen unter vollständiger Kontrolle islamistischer Gruppen steht. Diese wollen in der gesamten Region das islamische Recht der Scharia einführen. (sda)

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