Aktualisiert 30.03.2014 16:38

Besetzer gehen auf Barrikaden«Regierung foult den Wagenplatz»

Die Basler Regierung verkündete, dass der Wagenplatz auf der Klybeckinsel zwei neuen Fussballfeldern weichen soll. Die Wagenleute antworteten am Sonntag mit einer Demonstration.

von
Paula Jezkova

Die Wagenplatz-Leute kämpfen erbittert um ihren alternativen Wohn- und Kulturort: Am Sonntag riefen die Sympathisanten der Bewegung zur friedlichen Demonstration auf dem Marktplatz. Nach einer kurzen Kundgebung zogen rund 150 Beteiligte mit Bannern, Blumen und Musik Richtung Hafenareal. Dort schlugen sie im wahrsten Sinne des Wortes Wurzeln: Die Hafenbrache wurde von den Wagenplatz-Aktivisten mit zahlreichen Blumen und Büschen bepflanzt.

Die Bewohner der Uferstrasse fühlen sich von der Regierung verdrängt: «Wir sollen hier weg, weil wir offenbar nicht konform, legal, prestigebringend, finanzstark, autoritätsgläubig oder gewinnorientiert sind», hiess es in ihrem Manifest zur Demo.

Unterstützt werden die Wagenleute von der Linkspartei Basta mit Klybeck-Aktivistin Heidi Mück. Hintergrund: Die Bewohner des Ex-Migrol-Areals sollen erneut umziehen. Den Entscheid über die neue Nutzung des jetzigen Wagenplatzes wird die Regierung voraussichtlich am 1. April fällen.

Sport ist besser als Wagenplatz

Bisher konnten die Wagenleute laut einer im Internet publizierten Liste auf eine breite Unterstützung bauen. Darunter auch einige Grossräte wie etwa die grünliberale Grossrätin Martina Bernasconi. Allerdings sagte Bernasconi gegenüber der «Schweiz am Sonntag», sie könne sich nicht erklären, wie sie auf der Supporter-Liste gelandet sei. Sie habe zwar Sympathie für die Wagenplatz-Bewegung, halte aber das Projekt für Fussballplätze für sehr bedenkenswert.

Die 2 Millionen teure Fussball-Idee findet aber uneingeschränkte Unterstützung von Seiten von SVP-Grossrat Eduard Rutschmann: «Sport ist alleweil besser als ein solcher Wagenplatz.»

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