Aktualisiert

WestafrikaRegierung in Mali tritt zurück

Nach dem Rücktritt der Regierung Malis hat Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta einen neuen Ministerpräsidenten präsentiert. Er muss in den kommenden Tagen ein neues Kabinett bilden.

Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita am 2. April am EU-Afrika-Gipfel in Brüssel.

Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita am 2. April am EU-Afrika-Gipfel in Brüssel.

Die Regierung in Mali ist zurückgetreten. Zum neuen Ministerpräsidenten sei der bisherige Minister für Stadtplanung, Moussa Mara, ernannt worden, hiess es in einer Erklärung von Präsident Ibrahim Boubacar Keita, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

Mara sei damit beauftragt worden, ein neues Kabinett zu bilden. Sein Vorgänger Oumar Tatam Ly war erst im September zum Regierungschef des westafrikanischen Landes ernannt worden. Der Grund für den Rücktritt Lys und seiner Regierung wurde in der Mitteilung nicht genannt.

Zuvor hatten bewaffnete Kämpfer die Privatresidenz von Expräsident Alpha Oumar Konaré attackiert. Bei einem darauffolgenden Feuergefecht mit Sicherheitskräften sei einer der Angreifer getötet worden, teilte das Präsidialbüro mit. Weitere Details wurden nicht genannt. So war zunächst unklar, ob die Attacke auf Konaré abzielte.

Chaos nach Militärputsch

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Tuareg-Rebellen und Islamisten nutzten das entstandene Chaos, um den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Eine halbe Million Menschen wurde in die Flucht getrieben. Erst ein militärisches Eingreifen Frankreichs im Januar stoppte den Vormarsch der Islamisten nach Süden in Richtung Bamako.

Ein erster Schritt in Richtung einer Normalisierung der Verhältnisse war die Präsidentschaftswahl im vergangenen Sommer, aus der der frühere Regierungschef Keita als Sieger hervorging. Auch bei der anschliessenden Parlamentswahl erhielten Keitas Partei und seine Verbündeten die meisten Stimmen. (sda)

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