Kanton Zürich: Regierung lehnt Joker-Tage für Gymischüler ab
Aktualisiert

Kanton ZürichRegierung lehnt Joker-Tage für Gymischüler ab

Die geltende Absenzenregelung an Zürcher Gymnasien habe sich bewährt: Der Regierungsrat will deshalb keine Jokertage einführen – er spricht sich gegen eine Einzelinitiative aus.

von
ced
1 / 15
Die Kantonsschule Freudenberg.

Die Kantonsschule Freudenberg.

Wikipedia/Sidonius
Die Kantonsschule Enge.

Die Kantonsschule Enge.

Wikipedia/Sidonius
Die Kantonsschule Hohe Promenade.

Die Kantonsschule Hohe Promenade.

Wikipedia/Adrian Michael

Zweimal im Jahr sollen Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler gemäss der Einzelinitiative unbegründet einen Freitag beziehen können: An der Volksschule seien derartige Jokertage eine Selbstverständlichkeit und würden von allen Beteiligten geschätzt, hiess es in der Begründung zur Initiative.

Gymnasiasten hätten angesichts des «strengen Absenzenwesens kaum eine Chance, ausserordentlichen Anlässen beizuwohnen, die für sie persönlich äussert wichtig sind». Es seien nicht nur die Schüler, sondern die gesamte Familie, die von Jokertagen profitieren könnten.

Mehr Absenzen befürchtet

Der Regierungsrat hält davon aber nichts: Bereits heute hätten Gymnasiasten die Möglichkeit, auf begründetes Gesuch hin Urlaub zu erhalten. «Solche Urlaube werden insbesondere für die Teilnahme an Sportanlässen, für kulturelle Engagements, Familientreffen und weitere Anlässe von grossem persönlichen Interesse gewährt.»

Mit Jokertagen stiege die Zahl der Absenzen an, was einen kontinuierlichen Unterricht erschweren würde, glaubt der Regierungsrat. Er befürchtet zudem durch notwendige Kontrollen und zu erarbeitende Reglemente einen «erheblichen organisatorischen Aufwand».

«Gymischüler sind bereits privilegiert»

Die Situation an einer Mittelschule liesse sich auch nicht vergleichen: Mit 13 Wochen Ferien im Jahr seien Gymnasiasten gegenüber Lehrlingen bereits heute privilegiert, hält der Regierungsrat fest. Und in Bezug auf die Volksschule, an der Jokertage vorgesehen sind, schreibt er: «Anders als bei jüngeren Schülern haben die Eltern von Mittelschülern in vielen Fällen kaum mehr Einfluss auf eine sinnvolle Verwendung von Jokertagen».

Der Kantonsrat hatte die Einzelinitiative, welche von Gymnasiasten im Rahmen eines Semesterprojekts erarbeitet wurde, im Oktober 2015 mit 108 Stimmen vorläufig unterstützt. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat nun, diese Initiative ohne Gegenvorschlag definitiv abzulehnen. (ced/sda)

Deine Meinung