Basel: Regierung prüft neue Ausnüchterungszellen

Aktualisiert

BaselRegierung prüft neue Ausnüchterungszellen

Das Basler Parlament hat sich am Donnerstag entschieden, Ausnüchterungszellen nach dem Zürcher Vorbild prüfen zu lassen.

von
Jonas Hoskyn

«Rund 1500 Sturzbetrunkene schlafen jedes Jahr auf der Notfallstation oder in den Ausnüchterungszellen der Polizei ihren Rausch aus», erklärt SVP-Grossrat Lorenz Nägelin. Dies binde dringend benötigtes Personal und koste den Kanton jährlich Millionen.

«Es ist nicht richtig, dass die Allgemeinheit dafür zahlen muss, wenn einer zu viel gesoffen hat», so Nägelin, der selber als Rettungssanitäter arbeitet. Als Zürich im März ein Pilotprojekt mit speziellen Ausnüchterungszellen startete, wurde er hellhörig. Die Kosten müssen die Betrunkenen selber berappen: 600 Franken kostet ein Kurzaufenthalt, 950 eine Nacht. Dabei werden sie von privatem medizinischem Personal und Sicherheitspersonal überwacht. Das «Angebot» wird rege genutzt: «Wir sind jedes Wochenende gut ausgelastet», so Polizeisprecherin Judith Hödl.

Nun prüft auch der Basler Regierungsrat dieses Konzept. Der Grosse Rat hat gestern einen entsprechenden Anzug Nägelins mit 37 zu 36 Stimmen überwiesen. Dagegen stimmten vor allem die SP und die Grünen, die die heutige Variante für praktischer halten. Und auch Polizeikommandant Gerhard Lips hegt Zweifel an der Idee: «Wenn man sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis anschaut, drängt sich so etwas nicht auf», so Lips.

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