15.10.2020 10:48

Kantonsregierung appelliert an Bevölkerung«Verhalten jedes Einzelnen ist jetzt entscheidend»

Der Kanton Baselland verzichtet vorerst auf eine Maskenpflicht. Angesichts der steigenden Fallzahlen wendet sich die Regierung nun mit einem offenen Brief ans Volk und mahnt zu Disziplin und Verzicht.

von
Elodie Kolb
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Die Baselbieter Regierung wandte sich am Donnerstag in einem offenen Brief an die Bevölkerung. Sie fordern zu Selbstinitiative bei den Massnahmen auf. 

Die Baselbieter Regierung wandte sich am Donnerstag in einem offenen Brief an die Bevölkerung. Sie fordern zu Selbstinitiative bei den Massnahmen auf.

KEYSTONE
Wie der Kanton am Mittwoch bekannt gab, verzichte er zunächst auf eine Maskenpflicht. Massnahmen seien jedoch vorbereitet, die rasch umgesetzt werden könnten. 

Wie der Kanton am Mittwoch bekannt gab, verzichte er zunächst auf eine Maskenpflicht. Massnahmen seien jedoch vorbereitet, die rasch umgesetzt werden könnten.

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«Wir müssen alle unseren Beitrag leisten», schreibt der Regierungsrat in dem Brief und ruft eindringlich dazu auf, auch freiwillig eine Maske zu tragen, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. 

«Wir müssen alle unseren Beitrag leisten», schreibt der Regierungsrat in dem Brief und ruft eindringlich dazu auf, auch freiwillig eine Maske zu tragen, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Regierungsrat Baselland

Darum gehts

  • Die Baselbieter Regierung wandte sich am Donnerstag in einem offenen Brief an die Bevölkerung.

  • Sie mahnt zur Disziplin bei den Abstands- und Hygieneregeln und rät zum Party-Verzicht.

  • Steigen die Infektionszahlen aber weiterhin, droht dennoch ein Maskenobligatorium.

«Seit bald neun Monaten hat uns Corona im Griff», schreibt der Regierungsrat des Kanton Baselland am Donnerstag in einem offenen Brief an die Bevölkerung. Auf diesem Weg fordern sie die Baselbieter auf, «sich auf die einfachsten und wirkungsvollsten Massnahmen» zu besinnen um einschneidende Einschränkungen zu verhindern.

Der Kanton verzichtet vorerst darauf, eine Maskenpflicht einzuführen. Er wolle zunächst die Situation weiter beobachten und allenfalls Massnahmen einführen, die bereits vorbereitet wurden und rasch umgesetzt werden können, wie es am Mittwoch in einer Medienmitteilung heisst. «Wir müssen alle unseren Beitrag leisten, um die unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern, schreibt der Baselbieter Regierungsrat am Donnerstag. Ausserdem «ruft der Regierungsrat eindringlich dazu auf, Abstand zu halten und falls das nicht möglich ist, freiwillig eine Maske zu tragen.» Zu den sogenannten «AHA»-Regeln gehört neben Abstand und der Alltagsmaske auch die Handhygiene.

Der Regierungsrat zeigt sich im Brief aber zuversichtlich, dass die Krise durch Mithilfe und Solidarität überstanden werden kann. «Dazu ist das konsequente Vehralten jedes und jeder Einzelnen entscheidend», mahnt die Regierung.

Maskenobligatorium in der Schublade

Mit der eindringlichen Aufforderung an die Bevölkerung Masken zu tragen, bewirkt der Regierungsrat wohl ähnlich viel wie mit einer generellen Maskenpflicht. Denn falls die Bevölkerung sich nicht die empfohlenen Massnahmen halte, drohen Einschränkungen des Alltags, darunter auch eine Maskenpflicht.

Falls die 14-Tages-Inzidenz der Fälle im Kanton auf 100’000 Personen mehrere Tage lang über dem Schwellenwert 60 liegt oder die Hospitalisierungszahlen stark ansteigen, hat der Kanton bereits Massnahmen vorbereitet, die auch kurzfristig umgesetzt werden könnten. In einem ersten Schritt käme dann laut Medienmitteilung vom Mittwoch zuerst die Einschränkung von Personenversammlungen bei öffentlichen Veranstaltungen von aktuell 100 auf 50 und bei privaten Feiern auf 30 Personen. In einem zweiten Schritt könnte auch ein Masken-Obligatorium folgen.

Stand Mittwoch liegt die 14-Tagesinzidenz für den Kanton Baselland bei 75 Fällen pro 100’000 Einwohner und damit im schweizweiten Vergleich eher tief.

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111 Kommentare
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beka

16.10.2020, 17:29

Bin dankbar, dass die Panik aufrecht gehalten wird. Warte darauf, dass mich die Angst überholt.

Wacht Auf

16.10.2020, 17:27

Eigenverantwortung, ha, dass ich nicht lache. Der Schweizer verlangt nach weniger Vorschriften, setzt auf Eigenverantwortung. UND? Nix. Ich höre dann Sätze wie: Maske bringt doch nix. Meine Güte, ist es denn so schlimm, mal für ne kurze Zeit seine eigenen Befindlichkeiten hintenan zu stellen. Jede Möglichkeit muss jetzt genutzt werden. Es gilt einen zweiten lockdown zu vermeiden. Da hätte man früher reagieren müssen. Es geht hier um Existenzen und um Menschenleben. ABER JEDER DENKT NUR AN SICH

mimi

16.10.2020, 17:14

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