Aktualisiert 20.03.2020 15:24

Basler Vekehrs-BetriebeFahrplanumstellung früher wegen Personalausfall

Konzerte abgesagt, also ab ins Studio. Die Basler Aushänge-Punkrocker der Bitch Queens bekämpfen die Corona-Pandemie mit harten Riffs.

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Die Basler Verkehrsbetriebe dünnen ihren Fahrplan früher als geplant aus. Infolge Betreuungsverpflichtungen, Krankenstand oder Risikogruppen-Zugehörigkeit ist die Zahl der Abwesenden bei Fahrdienspersonal markant gestiegen. Busse und Trams verkehren darum schon ab Samstag tagsüber im 10-Minuten-Takt und nach 20 Uhr im Vierstelstunden-Takt.

Die Basler Verkehrsbetriebe dünnen ihren Fahrplan früher als geplant aus. Infolge Betreuungsverpflichtungen, Krankenstand oder Risikogruppen-Zugehörigkeit ist die Zahl der Abwesenden bei Fahrdienspersonal markant gestiegen. Busse und Trams verkehren darum schon ab Samstag tagsüber im 10-Minuten-Takt und nach 20 Uhr im Vierstelstunden-Takt.

Keystone/Georgios Kefalas
Die Spitzenvolleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen haben jetzt viel freie Zeit. Diese wollen sie dafür nutzen, ihren Fans zu helfen. Die Spielerinnen bieten Hütedienste, Hundespaziergänge oder auch die Besorgung von Einkäufen an. «Ihr unterstützt uns seit Jahren, jetzt ist es an uns, etwas zurückzugeben», sagt die Spielerin.

Die Spitzenvolleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen haben jetzt viel freie Zeit. Diese wollen sie dafür nutzen, ihren Fans zu helfen. Die Spielerinnen bieten Hütedienste, Hundespaziergänge oder auch die Besorgung von Einkäufen an. «Ihr unterstützt uns seit Jahren, jetzt ist es an uns, etwas zurückzugeben», sagt die Spielerin.

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Auch die Flotte von Bandbus.ch ruht zurzeit, da keine Konzerte mehr gespielt werden. Die Busse sollen darum jetzt für solidarische Aktionen genutzt werden, teilte das Basler Unternehmen mit.

Auch die Flotte von Bandbus.ch ruht zurzeit, da keine Konzerte mehr gespielt werden. Die Busse sollen darum jetzt für solidarische Aktionen genutzt werden, teilte das Basler Unternehmen mit.

bandbus.ch

BVB stellt ihren Fahrplan bereits am Samstag um

Die Basler Verkehrsbetriebe dünnen ihren Fahrplan bereits ab Samstag aus, ursprünglich war die Umstellung erst auf Montag geplant. Die frühere Umstellung sei nötig geworden, durch einen «markanten Anstieg der Abwesenden im Fahrdienst der BVB. Dies infolge von Krankenstand, Risikogruppen und Betreuungspflichten, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Ab Betriebsbeginn bis ca. 20 Uhr fahren die Trams und die Busse ab Samstag nur noch im 10-Minuten-Takt, ab 20 Uhr dann im Viertelstunden-Takt. Am Sonntag herrscht der reguläre Sonntagsfahrplan, das heisst die Fahrzeuge verkehren gemäss den ausgehängten Fahrplänen an den Haltestellen im 15-Minuten-Takt. Die vorgezogene Umstellung des Fahrplans erfolgt nur bei der BVB. BLT und AAGL verkehren noch bis am Sonntag nach dem regulären Fahrplan und reduzieren ihr Angebot dann ab Montag.

Gitarrenriffs gegen die Pandemie

#Staythefuckhome und #Flattenthecurve sind derzeit die angesagten Hashtags auf Social Media. Ersteren haben die Basler Punker der Bitch Queens gleich in einen Song gepackt. Einen Händewaschsong. Das Schulungsvideo dazu haben sie gleich mitgeliefert. Wieso? Ihre geplanten Shows sind ins Wasser gefallen, also hat sich das Quartett ins Studio zurückgezogen. «Angesichts der Corona-Pandemie müssen wir als Bürder dieser Welt alle nicht notwendigen Aktivitäten unterlassen und dazu zählen auch unsere Konzerte», teilte die Band auf Facebook mit.

Punks bringen uns das Händewaschen bei

Die Bitch Queens mussten alle ihre Shows canceln und sind dafür in Studio-Quarantäne gegangen. Das Ergebnis ist ein edukativer Deathpunk-Song.
(Video: Bitch Queens)

Grosse Solidaritätswelle

Während die Infektionszahlen weiter ungebremst in die Höhe schnellen, wächst in der Bevölkerung auch die Hilfsbereitschaft. Über 10'000 Menschen aus der Region Basel haben sich bereits in der «Gärn gschee - Basel hilft»-Facebookgruppe des Medien-Startups Bajour registiert. Und täglich kommen neue Angebote hinzu. So hat Bandbus.ch, eine Basler Bandbus-Vermietung seine Flotte jetzt für solidarische Aktionen freigegeben, da zurzeit keine Band irgendwo ein Konzert spielen kann.

Keine Spiele hat auch das Profi-Damenvolleyballteam von Sm'Aesch Pfeffingen. Die Spielerinnen haben am Montag auf Facebook ihren Fans ihre Hilfe angeboten. «Ihr unterstützt uns seit Jahren, jetzt ist es an uns, etwas zurückzugeben», erklärt die Spielerin im Video. So bietet sich die Mannschaft an für Kinderhütedienste, Hundespaziergänge oder Einkäufe.

Trams bleiben zu zwei Dritteln leer

Angesicht der von der Baselbieter Regierung beschlossenen Notlage dürfen die im Kanton Basel-Landschaft verkehrenden Transportunternehmen des Öffentlichen Verkehrs die pro Fahrzeug zur Verfügung stehenden Plätze jeweils höchstens zur Hälfte nutzen, wie es in der am Sonntag veröffentlichten Medienmitteilung des Regierungsrates heisst.

Wie will aber die BLT garantieren, dass die Trams und Busse nur zur Hälfte ausgelastet sind? Andreas Büttiker, Direktor der BLT sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir haben die Fahrzeuge angeschaut und festgestellt, es ist gar nicht nötig hier einzugreifen.» Die Auslastung betrage in etwa 30 Prozent.

Eine der wenigen, die am Montag im Tram unterwegs waren, ist SP-Landrätin Miriam Locher. «Der Ernst der Lage scheint nun doch angekommen zu sein», berichtete sie auf Twitter aus dem fast leeren 11-er-Tram.

Büttiker betonte aber auch, dass es wichtig sei, den Normalfahrplan aufrecht zu erhalten. «Das ist auch der Auftrag des Bundesrats an die sogenannten Systemführer, zu denen die BLT zählen», sagt er. «Den öffentlichen Verkehr zu reduzieren, wie etwa in Frankreich, macht in dieser Hinsicht somit keinen Sinn», so Büttiker. Nur so könnten sich die Fahrgäste, die reisen müssen, optimal verteilen.

Fahrgäste zum Distanzhalten sensibilisieren

«Was ich aber beobachtet habe, ist, dass sich Fahrgäste trotz des vielen Platzes gerne auf die beliebten Einzelsitzen setzen.» Dann würden sich die Leute wieder zu nahe beieinander befinden, «anstatt, dass sie auf die freien Zweierbänke ausweichen». Deshalb werde jetzt - auch in Zusammenarbeit mit den Basler Verkehrs-Betrieben - Sensibilisierung betrieben. «Wir alle müssen in dieser ungewohnten Situation unsere Gewohnheiten anpassen», so Büttiker. (20 Minuten)

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