«AstraZeneca, Biontech, kein Problem» - Regierungen bestellen Corona-Impfstoffe bei Arzt aus dem Aargau
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«AstraZeneca, Biontech, kein Problem»Regierungen bestellen Corona-Impfstoffe bei Arzt aus dem Aargau

Zu massiv überhöhten Preisen hat ein im Kanton Aargau angemeldeter Arzt Corona-Impfstoffe an Regierungen angeboten. Nun ermittelt die italienische Justiz gegen einen seiner Mitarbeiter.

von
Marcel Urech
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Ein im Kanton Aargau angemeldeter Arzt bot Regierungen aus aller Welt Impfstoffe von AstraZeneca an.

Ein im Kanton Aargau angemeldeter Arzt bot Regierungen aus aller Welt Impfstoffe von AstraZeneca an.

REUTERS
Auch Impfdosen von Biontech/Pfizer soll er angeboten haben, schreibt der «SonntagsBlick».

Auch Impfdosen von Biontech/Pfizer soll er angeboten haben, schreibt der «SonntagsBlick».

AFP

Darum gehts

  • Ein im Kanton Aargau angemeldeter Arzt verspricht, Corona-Impfstoffe liefern zu können.

  • Diverse Regierungen bestellten bei ihm Impfdosen zu massiv überhöhten Preisen.

  • Nun ermittelt Italien gegen den 51-Jährigen, der in der Schweiz immer noch Termine anbietet.

Ein im Kanton Aargau angemeldeter Arzt hat Regierungen laut «SonntagsBlick» zu massiv überhöhten Preisen Corona-Impfstoffe angeboten. Libyen habe beim 51-Jährigen sechs Millionen Dosen AstraZeneca bestellt, die Dominikanische Republik eine Million, Barbados 600’000, Bosnien und Herzegowina 500’000. Und die Slowakei wollte eine Million Dosen Biontech bestellen.

Laut der Zeitung darf der Deutsche mit seiner Lizenz auch in den Kantonen Bern und Luzern tätig sein. Er habe jahrelang als Arzt in der Schweiz gearbeitet und biete immer noch Termine an. Bevor er in die Schweiz kam, sei er vor dem Krieg im Balkan geflüchtet. Mittlerweile habe er sich ein «undurchsichtiges Firmengeflecht» aufgebaut, das bis nach Moskau reiche, schreibt der «SonntagsBlick».

Italien ermittelt

Auch das TV-Magazin «Frontal 21» des deutschen Fernsehsenders ZDF berichtete über den Fall. Journalisten trafen den Arzt mit versteckter Kamera und dieser machte Aussagen wie «AstraZeneca, Biontech, kein Problem». Der Arzt habe die Impfstoffe bei «Akers Nanotechnology» beziehen wollen. Gegenüber «SonntagsBlick» sagte die US-Firma, sie sei eine Vertriebspartnerin von AstraZeneca. «Wir verhandeln derzeit mit allen potenziellen Herstellern über Mengen, Preise und Lieferdaten für deren Covid-Impfstoffe.» AstraZeneca gibt aber an, Impfstoffe ausschliesslich an nationale Regierungen zu liefern.

Nun sei auch Italien auf den Arzt aufmerksam geworden, schreibt der «SonntagsBlick». In Umbrien ermittle die Justiz gegen einen seiner Mitarbeiter. Er habe sich als Angestellter von AstraZeneca ausgegeben und der Regionalregierung Impfdosen angeboten. Der zuständige Staatsanwalt gehe davon aus, dass es sich bei den Impfstoffhändlern um ein internationales Netzwerk handle, das tatsächlich über Impfstoffe verfüge.

Auch dem Bundesamt für Gesundheit seien bereits Corona-Impfstoffe aus dubiosen Quellen angeboten worden. Über die genaue Anzahl schweige das BAG aber, so der «SonntagsBlick».

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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